Benedikt XVI.: Jeder ist verpflichtet, Einheit, Gerechtigkeit und Frieden vorzuleben

Höflichkeitsbesuch beim israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres

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JERUSALEM, 11. Mai 2009 (ZENIT.org).- „Meine Pilgerreise zu den Heiligen Stätten steht im Zeichen des Gebetes für Einheit und Frieden für den Nahen Osten und die ganze Menschheit.“ Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. heute Abend an den israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, dem er einen Höflichkeitsbesuch abstattete.



Der Präsident empfing den Papst zu einer feierlichen Zeremonie im Garten des Präsidentenpalais. An der Feier nahmen auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie hohe Vertreter des Judentums teil. Peres erklärte in seiner Grußadresse, dass man dem Papst aufmerksam zuhören wolle und für ihn während des ganzen Heilig-Land-Besuchs einen „Teppich der Freundschaft“ ausgebreitet habe. „In Ihnen sehen wie einen Förderer des Friedens, einen großartigen spirituellen Führer, einen machtvollen Überbringer der Botschaft des Friedens für dieses und alle anderen Länder“.

In seiner Ansprache betonte der Heilige Vater, dass er Tag um Tag für den Frieden im Heiligen Land bete, und zwar für jenen Frieden, der aus der Gerechtigkeit hervorgehe. Er möge allen Menschen Sicherheit und neue Hoffnung schenken.

Benedikt XVI. verwies wie schon bei der Begrüßungszeremonie auf dem Flughafen von Tel Aviv auf die große Bedeutung der Stadt Jerusalem, eines Kreuzungspunktes von Völkern verschiedener Herkunft, der es Juden, Christen und Muslimen gestatte, die Pflicht auf sich zu nehmen, Zeugen friedlichen Zusammenlebens zu sein. Diejenigen, die den einen Gott anbeteten, ersehnten sich dieses friedliche Miteinander schon sei langem, fügte der Papst hinzu.

Hirten und Religionsführer rief er auf, jegliche Art von Trennung und Spaltungen zu vermeiden. Einheit, Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden gehörten untrennbar zusammen, müssten immerfort gesucht werden und seien vor allem ein „Geschenk Gottes“.

Dem wahren Interesse einer Nation werde stets durch die Gerechtigkeit für alle gedient, hob Benedikt XVI. in seiner Ansprache hervor. Dauerhafte Sicherheit sei eine Frucht des Vertrauens, finde in Gerechtigkeit und Integrität Nahrung und werde mit der Umkehr der Herzen besiegelt. Dies verpflichte, den jeweils anderen in die Augen zu blicken und das Du als jemanden zu erkennen, der einem selbst ähnlich sei - „als einen Bruder oder eine Schwester“. Die Religionen würden in dieser Hinsicht einen wichtigen Beitrag zu Frieden und sozialer Stabilität leisten, so Papst Benedikt. Der Weg zu den Werten Einheit, Gerechtigkeit und Frieden bestehe darin, dass diese Werte praktiziert würden.

„Kein Individuum, keine Familie, Gemeinschaft oder Nation ist von der Pflicht ausgenommen, in Gerechtigkeit zu leben und sich für den Frieden einzusetzen. Und selbstverständlich ist auch von den zivilen und politischen Führungspersönlichkeiten zu erwarten, dass sie den Menschen, die sie gewählt haben, gerechte und umfangreiche Sicherheit garantieren.“ All diese Ziele seien Teil einer universalen Menschenwürde.