Benedikt XVI.: Jesus Christus zeigt das Bild des wahren Menschen

Generalaudienz im Zeichen des Christus-Hymnus aus dem Kolosserbrief

| 1162 klicks

ROM, 7. September 2005 (ZENIT.org).- Im Mittelpunkt der Katechese von Papst Benedikt XVI. stand heute, Mittwoch, das "Loblied auf Christus" aus dem Kolosserbrief (Kol 1,3.12.15.17-18). "Jesus Christus zeigt uns den Vater; er zeigt uns auch das Bild des wahren Menschen. Ihm wollen wir unsere Anliegen und Sorgen, unser ganzes Leben anvertrauen", rief der Heilige Vater den Pilgern zu, die gekommen waren, um auf dem Petersplatz in Rom an der traditionellen Generalaudienz teilzunehmen.



Durch die Sünde habe sich der Mensch von Gott abgekehrt und damit begonnen, die Götzen anzubeten und ihnen ähnlich zu werden. "Deshalb müssen wir unser Bild beständig nach dem Bild des Sohnes Gottes formen, denn 'er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes' (Kol 1,13)."

Die Herrlichkeit, zu der jeder Mensch gelangt, der sich bemüht, Christus ähnlicher zu werden, zeige der Christus-Hymnus aus dem Kolosserbrief. Er entfalte das große Panorama des Bildes Christi, "unseres Herrn und Erlösers. Von Ewigkeit her ist Christus das 'Ebenbild des unsichtbaren Gottes', die 'Ikone' des Vaters. Er ist der 'Erstgeborene der ganzen Schöpfung', ihr Ursprung und Ziel. An ihm sollen wir unser Dasein ausrichten, da wir berufen sind, 'Abbild und Abglanz Gottes' zu sein."

Das menschliche Miteinander und jedes menschliche Wachsen "haben ihre Wurzel, ihr Leben, ihren Ursprung in Christus", betonte der Papst. Und gerade "durch diese Vorrangstellung kann sich Christus in die Quelle der Erlösung aller Menschen verwandeln, in den 'Erstgeborenen der Toten', damit 'alle in Christus lebendig gemacht werden (…). Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören' (1 Kor 15,22-23)."

Durch sein Blut und seine Hingabe am Kreuz "bringt Jesus Christus den Menschen die Erlösung; er ist der Urheber der Versöhnung und der Mittler des Heils. Der geliebte Sohn Gottes des Vaters führt die Schöpfung zur Vollendung."

Christus, das Haupt des Leibes, der die Kirche ist, trage als Liebesgabe seines Vaters eine ganz besondere Vollkommenheit in sich – "die Fülle der Göttlichkeit, die im Weltall und in der Menschheit aufleuchtet". So habe Jesus zur "Quelle des Friedens, der Eintracht und der vollkommen Harmonie" werden können. "Durch das Vergießen seines Blutes und durch die Hingabe seiner selbst hat Christus jenen Frieden verbreitet, der in der Sprache der Heiligen Schrift alle messianischen Güter zusammenfasst und in der Heilsfülle besteht, die die ganze Wirklichkeit umfasst."