Benedikt XVI.: Jesus nachahmen und ihm auf dem Weg des Evangeliums nachfolgen

Katechese über „eine der wichtigsten und gleichzeitig rätselhaftesten Persönlichkeiten“ der syrischen Kirche

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ROM, 21. November 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen dazu ermutigt, den persönlichen Umgang mit Gott zu pflegen und Christus nachzuahmen.



Bei der Betrachtung der Lehren des syrischen Heiligen Aphrahats des Weisen, der Ende des dritten Jahrhunderts im heutigen Nordirak geboren worden war, verwies der Heilige Vater heute, Mittwoch, während der Generalaudienz auf dem Petersplatz auf die zentrale Stellung des Gebets im christlichen Leben.

Aphrahat habe „Christus als Meister des Gebets“ betrachtet und erkannt, dass der Christ betet, „indem er der Lehre Jesu und dessen Vorbild als Betender folgt“. In diesem Sinn schreibt er in einer seiner 23 Predigten, die uns unter dem Namen „Demonstrationes – Darlegungen“ erhalten geblieben sind: „Unser Heiland hat uns so zu beten gelehrt und sagt: ‚Bete im Verborgenen zu dem, der Verborgen ist, aber alles sieht‘; und weiter: ‚Du aber geh in deine Kammer, und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und der Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten‘ (Mt 6,6)… Was unser Heiland zeigen will, ist: Gott kennt die Wünsche und Gedanken des Herzens.“

Benedikt XVI. zitierte immer wieder aus dem Werk Aphrahats, der Christus vor allem auch als Arzt betrachtet habe; als Arzt, der gekommen sei, um zu heilen. „Die Sünde hingegen wird als eine Wunde gesehen, die nur die Buße zu heilen vermag.“

In seinen Schriften über das asketische Leben bekräftige der Heilige, dass der Glaube als Grundlage des christlichen Lebens „aus dem Menschen einen Tempel“ macht, in dem Christus selbst wohnt. Auf diese Weise ermögliche der Glaube eine „aufrechte Liebe, die in der Liebe zu Gott und zum Nächsten zum Ausdruck kommt“.

In diesem Zusammenspiel von Gottes- und Nächstenliebe besteht die Nachahmung Christi, die nach Worten des Papstes den Lebensinhalt des Heiligen bildete und bedeutet, „sein Joch auf sich zu nehmen und ihm auf dem Weg des Evangeliums zu folgen“. Eine der wichtigsten Tugenden sei diesbezüglich die Demut: „Sie ist kein zweitrangiger Aspekt des geistlichen Lebens des Christen: Die Natur des Menschen ist niedrig, und es ist Gott, der sie zu seiner Herrlichkeit erhebt. Die Demut ist kein negativer Wert, merkt Aphrahat an.“ Der demütige Mensch könne in eine Beziehung zu Gott eintreten.

Nach Worten des „Weisen“ aus dem vierten Jahrhundert, so Papst Benedikt XVI. abschließend, „verwirklicht sich das Gebet, wenn Christus im Herzen des Christen wohnt und ihn zu einem kohärenten Einsatz der Nächstenliebe einlädt.“