Benedikt XVI.: Karitative Initiativen der Kirche, Ausdruck der Liebe Gottes

Ansprache an die Vollversammlung des Päpstlichen Rates „Cor Unum“

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ROM, 29. Februar 2008 (ZENIT.org).- Von jeher nehme die karitative Tätigkeit eine zentrale Stellung in der Sendung der Kirche ein. Dies dürfe jedoch nicht mit einer reinen Philanthropie verwechselt werden. Vielmehr sei die Kirche dazu berufen, dafür Zeugnis abzulegen, dass das Leben immer und für alle einen Wert hat.



Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen Vormittag an die Mitglieder der Vollversammlung des Päpstlichen Rates Cor Unum. Die diesjährige Vollversammlung des Rates steht unter dem Thema: „Die menschlichen und geistlichen Eigenschaften der Menschen, die in den karitativen Tätigkeiten der Kirche tätig sind“.

In seiner Ansprache brachte der Papst seine Dankbarkeit gegenüber allen zum Ausdruck, die sich in diesem Bereich engagieren und so zeigten, dass die Kirche bei den Not Leidenden ganz konkret gegenwärtig sei.

Der Heilige Vater dankte Gott für die zahlreichen Christen, die Zeit und Energie darauf verwendeten, dass nicht nur materielle Hilfe geleistet, sondern auch Trost und Hoffnung gegeben werde. Die karitative Tätigkeit nehme daher eine zentrale Stelle in der Evangelisierungstätigkeit der Kirche ein.

„Wir dürfen nicht vergessen“, so Benedikt XVI., „dass die Werke der Nächstenliebe einen privilegierten Boden zur Begegnung auch mit jenen Menschen bilden, die Christus noch nicht oder nur teilweise kennen.“

Wichtig sei die menschliche, professionelle, geistliche und pastorale Ausbildung derer, die in den karitativen Institutionen der Kirche tätig seien. Eine „Bildung des Herzens“ ist nach Worten des Papstes unverzichtbar, das heißt: eine innige und geistliche Bildung, die aus der Begegnung mit Christus jene Sensibilität erwachsen lasse, die es ermögliche, den Erwartungen und Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

Wer in der Kirche karitativ tätig ist, dürfe sich nicht allein mit einer technischen Hilfeleistung zufrieden geben oder nur materielle Probleme lösen. Die geleistete Hilfe „darf sich nie auf eine philanthropische Geste reduzieren, sondern sie muss immer spürbarer Ausdruck der evangeliumsgemäßen Liebe sein“, so der Heilige Vater.

Die Mitarbeiter in den verschiedenen karitativen Organisationen müssten dank ihrer Ausbildung und Weiterbildung insbesondere Zeugen der evangeliumsgemäßen Liebe sein. So werde auch bezeugt, dass man erst dann voll und ganz Menschen sei, wenn man auf den anderen hin lebe; dass keiner für sich alleine leben oder sterben könne, dass das Glück nicht in der Einsamkeit eines auf sich selbst bezogenen Lebens bestehe, sondern im Geschenk seiner selbst.

Wer im Bereich der Kirche karitativ tätig ist, so schloss der Papst, müsse ein Zeuge Gottes sein, „der die Fülle der Liebe ist und dazu auffordert zu lieben“. Die Kraftquelle des karitativ Tätigen sei Gott selber, Liebe, Schöpfer und Erlöser.

Benedikt XVI. erinnerte seine Gäste auch an seine Enzyklika Deus caritas est, in der er schreibt: „Die Liebe ist möglich, und wir können sie tun, weil wir nach Gottes Bild geschaffen sind“ (39). Somit sei es tatsächlich möglich, die Liebe zu verwirklichen und damit das Licht Gottes in die Welt einzulassen.