Benedikt XVI. kondoliert: Erschütterung im Vatikan angesichts des tot aufgefundenen irakischen Erzbischofs

Erzbischof Paulos Faraj Rahho war am 29. Februar nach der Kreuzwegandacht entführt worden

| 1036 klicks

ROM, 13. März 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat dem Patriarchen von Babylon der chaldäisch-katholischen Kirche, Kardinal Emmanuel III. Delly, aus Anlass des tragischen Todes von Erzbischof Paulos Faraj Rahho, dessen Leichnam heute entdeckt wurde, ein Kondolenztelegramm zukommen lassen. Der Papst würdigt darin den chaldäischen Hirten von Mossul, der am 29. Februar entführt worden war und nun den Tod gefunden hat, als „eifrigen Hirten“; den „Akt unmenschlicher Gewalt“ verurteilt er scharf.



Der Pressesprecher des Heiligen Vaters, P. Federico Lombardi SJ, betont in einer heute veröffentlichten Stellungnahme: „Die Nachricht über den Tod von Bischof Rahho, der in den vergangenen Tagen entführt wurde, erschüttert und schmerzt den Heiligen Vater sehr; er ist sofort informiert worden.“

Der Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhl fährt fort: „Wir alle hatten weiter darauf vertraut und darum gebetet, dass er freigelassen werde, wie es der Papst mehrmals in seinen Appellen erbeten hatte. Bedauerlicherweise beißt sich noch immer eine vollkommen absurde und durch nichts zu rechtfertigende Gewalt am irakischen Volk und in besonderer Weise an der kleinen christlichen Gemeinde fest, mit der der Papst und wir alle in diesem Augenblick großen Leids mit unserem Gebet und unserer Solidarität in besonderer Weise verbunden sind.“

Abschließend bringt der Jesuitenpater seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dieser tragische Zwischenfall alle, aber insbesondere die internationale Gemeinschaft dazu aufrütteln möge, sich mit mehr Kraft und Einsatz um die Befriedung des Iraks zu bemühen.

Wir veröffentlichen eine eigene Übersetzung des Beleidtelegramms von Papst Benedikt XVI.


* * *


Unterrichtet über den tragischen Tod von Msgr. Paulos Faraj Rahho, Erzbischof von Mossul der Chaldäer, infolge seiner dramatischen Entführung am vergangenen 29. Februar, möchte ich Ihnen, der chaldäischen Kirche und der ganzen christlichen Gemeinde meine besondere Verbundenheit bekunden und meine entschiedenste Mißbilligung eines solchen Aktes unmenschlicher Gewalt bekräftigen, der die Würde des Menschen verletzt und die Grundlage des brüderlichen Miteinanders des geliebten irakischen Volkes erschüttert.

Während ich Sie meines innigen Gebetes für den eifrigen Hirten versichere, der ausgerechnet am Ende der Kreuzwegandacht entführt worden ist, rufe ich vom Herrn seine Barmherzigkeit herab, damit dieses tragische Ereignis dazu diene, auf dieser Blut getränkten Erde des Iraks eine Zukunft des Friedens aufzubauen.

Mit diesen Empfindungen erteile ich Ihnen, verehrter Bruder, dem Priestertum, den geweihten Personen und allen Gläubigen den Trost spendenden Apostolischen Segen.

Benedikt PP. XVI

[ZENIT-Übersetzung des italienischen vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Originals von Dominik Hartig]