Benedikt XVI. lädt geweihte Personen ein, die Bischofssynode mit vorzubereiten

Das Wort Gottes ins Zentrum stellen

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ROM, 8. Februar 2008 (ZENIT.org).- Am Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, an dem zugleich der 12. „Tag des Geweihten Lebens“ begangen wurde, lud Benedikt XVI. alle Gott in den verschiedensten von der Kirche anerkannten Formen geweihten Personen ein, „das Wort Gottes in die Mitte von allem zu stellen“. Jede neue geistliche Familie sei eine „lebendige Exegese des Wortes Gottes“, eine „Ausfaltung Christi im Lauf der Jahrhunderte“, ein „lebendiges Evangelium“, so der Papst.



Am Ende der heiligen Messe am Abend von „Maria Lichtmess“, die Kardinal Franc Rode, Präfekt der römischen Kongregation für die Institute des Geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens zelebrierte, kam Papst Benedik, um an die Tausenden von geweihten Brüder und Schwestern, die in der Basilika von St. Peter versammelt waren, das Wort zu richten.

Zuerst lenkte Benedikt XVI. ihren Blick auf das im Lukasevangelium überlieferte „Ja“ Marias und Josephs zu den Vorschriften des „Gesetzes des Herrn“, was ein beredtes Zeugnis darstelle. Danach erinnerte er sie daran, dass die kommenden Oktober stattfindende Weltbischofssynode dem Wort Gottes im Leben der Kirche gewidmet ist.

„Liebe Brüder und Schwestern, ich bitte euch um euren Beitrag zu diesem kirchlichen Ereignis. Gebt Zeugnis dafür, wie wichtig es ist, dem Wort Gottes die zentrale Stellung in allem zu geben, besonders für euch, die der Herr in eine noch innigere Nachfolge ruft. Das geweihte Leben ist in der Tat im Evangelium eingewurzelt: Von ihm her lässt es sich im Lauf der Jahrhunderte als höchste Regel inspirieren, und es muss stets neu zum Evangelium zurückzukehren, um lebendig und fruchtbar zu bleiben und Früchte für das Heil der Seelen hervorzubringen.“

„Am Beginn der verschiedenen Ausformungen des geweihten Lebens steht immer eine starke Inspiration vom Evangelium her“, fuhr der Papst fort. „Den Gründern und Gründerinnen legte der Heilige Geist das Wort Gottes mit einem neuen Licht aus.“

Der Heilige Geist locke bestimmte Menschen so sehr, dass sie das Evangelium in einer radikalen Form lebten und dies in einen noch großzügigeren Stil der Nachfolge hinein übersetzen würden, so der Papst. So entstünde eine religiöse Familie, die schon allein durch ihre Präsenz zu einer „lebendige Auslegung des Wortes Gottes“ werde.

Das in Erscheinung-Treten so vieler Charismen der Vita Consecrata könne daher wie eine Ausfaltung Christi im Lauf der Jahrhunderte gelesen werden, wie ein lebendiges Evangelium, das sich zu jeder Zeit unter anderen Gestalten verwirkliche; so lehre auch das 2. Vaticanum, führte Benedikt XVI. aus.

Besonders hob er die Charismen der Heiligen Benedikt, Dominikus, Klara und Franziskus, Vinzenz Pallotti und Luigi Orione hervor. Das Werk dieser Menschen widerspiegle „ein Mysterium Christi, ein Wort, einen Lichtstrahl, der von seinem Antlitz ausgeht, die Glorie Gottes des Vaters“. Die Nachfolge Christi ohne Kompromisse, wie sie im Evangelium stehe, sei zu jeder Zeit die ultimative und höchste Norm geistlichen Lebens gewesen.

„Diese äußerst reiche Tradition bezeugt, dass das geweihte Leben zutiefst im Beispiel und in der Lehre des Herrn selbst verwurzelt ist. Sie erweist sich als ein reich verzweigter Baum, der seine Wurzeln tief ins Evangelium ausstreckt und zu jeder Jahreszeit der Kirche reiche Frucht bringt“, bekräftigte der Pontifex.

Aufgabe der Vita Consecrata sei es, den Christen immer wieder neu ins Gedächtnis zu rufen, dass das Wort Gottes einen jeden anspreche, aus ihm – Gott - zu leben und unter seiner schützenden Herrschaft zu bleiben. Geweihte Personen könnten daher bei allen Getauften das Bewusstsein der fundamentalen Werte des Evangeliums wach halten, was in der Kirche neuen Schwung und Zusammenhalt hervorrufe.

„Liebe Brüder und Schwestern, nährt euren Tag mit dem Gebet, der Betrachtung und dem Hören auf das Wort. Ihr seid vertraut mit der alten Praxis der Lectio Divina. Helft auch den Gläubigen, sie im täglichen Leben wirksam zu machen. Bemüht euch, Zeugnis zu geben von dem, was das Wort uns zeigt, und lasst euch gestalten wie das Wort, das auf guten Boden fällt und überreiche Frucht bringt, damit die Menschen eure guten Werke, Frucht aus dem Wort Gottes, das in euch lebt, sehen, und euren Vater im Himmel preisen!“, schloss der Papst.

[Von Anita S. Bourdin, Übertragung ins Deutsche: Monika Stadlbauer]