Benedikt XVI. lädt Patriarchen aus dem Nahen Osten zu außerordentlichem Treffen

Synode unter dem Motto „Die katholische Kirche im Nahen Osten - Gemeinschaft und Zeugnis"

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ROM, 21. September 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat am Samstag eine Sonder-Bischofssynode zur immer schwierigeren Lage der Katholiken im Nahen Osten angekündigt. Die Bischofsversammlung soll vom 10. bis zum 24. Oktober 2010 stattfinden, wie er bei einem Treffen mit sieben katholischen Patriarchen am Samstag in Castel Gandolfo bekannt gab.

Die außerordentliche Synode steht unter dem Motto „Die katholische Kirche im Nahen Osten - Gemeinschaft und Zeugnis". Ein zentrales Thema der Beratungen werden Fragen der Friedenssicherung sein, meldete AsiaNews.

Der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, erwartet von einer Synode für den Nahen Osten einen wichtigen Beitrag zum Frieden in dieser Region. In einem Interview mit der italienischen katholischen Tageszeitung „Avvenire" erklärte er, dass der ökumenische und interreligiöse Dialog durch ein solches Treffen wesentliche Impulse erhalte. Papst Benedikt XVI. zeige mit der Einberufung der Nahost-Synode seine besondere Verbundenheit mit diesem geprüften Teil der Welt.

Die Vorbereitungskommission für die Synode nimmt ihre Arbeit bereits heute mit einer zweitägigen Sitzung auf. Ihr gehören nach Angaben des „Osservatore Romano" in seiner heutigen italienischen Online-Tagesausgabe neben den Patriarchen der Ostkirchen die Kurienkardinäle Leonardo Sandri, Walter Kasper (Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen), Ivan Dias (Kongregation für die Evangelisierung der Völker) und Jean-Louis Tauran (Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog) an. Ferner sollen die Vorsitzenden der Iranischen und der Türkischen Bischofskonferenz, Ramzi Garmou und Luigi Padovese, an den Vorbereitungen teilnehmen.

Die katholischen Patriarchen aus dem Nahen Osten berieten am Samstag mit Papst Benedikt XVI. über den wachsenden islamischen Fundamentalismus und die Zukunft des interreligiösen Dialogs. Auf dem Programm stand ferner die Situation im Heiligen Land und die Lage der Kirche in Kuwait und in den Golfstaaten, berichtete „Radio Vatikan".

In den vergangenen Jahrzehnten sind durch die Migration in Kuwait und den Emiraten große katholische Gemeinden entstanden. Bei dem Treffen in Castel Gandolfo legten die sieben katholischen Patriarchen dem Papst ein umfassendes Thesenpapier zu den aktuellen Fragen vor.

Aus Beirut reisten der maronitische Patriarch Nasrallah Sfeir, der syrisch-katholische Patriarch Ignace Youssef III. Younan und der armenisch-katholische Patriarch Bedros XIX. Tarmouni nach Castel Gandolfo. Weitere Teilnehmer waren der griechisch-katholisch-melkitische Patriarch Gregorios III. Laham aus Damaskus, der lateinische Patriarch Fouad Twal aus Jerusalem und der chaldäisch-katholische Patriarch Emmanuel III. Delly aus Bagdad.