Benedikt XVI.: „Lasst euch von Maria zu Christus führen“

Rückblick auf die Tage in Österreich

| 1260 klicks

ROM, 12. September 2007 (ZENIT.org).- Die Kirche in Österreich und überall auf der Welt ist nach Worten Benedikts XVI. dazu berufen, immer „auf Christus zu schauen, um ihn allen zeigen zu können“.



Während der Generalaudienz blickte der Papst voller Dankbarkeit auf seine dreitägige Reise nach Österreich zurück und hob hervor, dass er einer frohen Kirche begegnet sei, einer Kirche, die sich darum bemühe, „Lehrerin und Zeugin eines großzügigen Ja zum Leben in all seinen Dimensionen“ zu sein und an einer „Zukunft des Friedens und des wahren sozialen Fortschritts“ aller Menschen mitarbeite.

12.000 Pilger waren am Mittwochnachmittag auf dem Peterplatz gekommen, um die Worte des Heiligen Vaters zu vernehmen, der seine Katechesenreise über die großen Heiligengestalten der frühen Kirchengeschichte unterbrach, um den Organisatoren seiner Pilgerreise zur 850-Jahr-Feier des Marienwallfahrtsortes Mariazell herzlich zu danken.

„Mit Blick besonders auf Europa habe ich erneut meine Ermutigung bekräftigt, den aktuellen Integrationsprozess auf der Grundlage von Werten voranzutreiben, die am gemeinsamen christlichen Erbe inspiriert sind“, erläuterte Benedikt XVI. mit Blick auf seine Begegnung mit den Mitgliedern der österreichischen Regierung und dem diplomatischen Corps in der Wiener Hofburg. „Wie sollte man vergessen, dass Europa Träger einer Denktradition ist, die Glaube, Vernunft und Gefühl miteinander verbindet?“ In diesem Zusammenhang erinnerte der Bischof von Rom neuerlich daran, das bedeutende Philosophen – in Wien zitierte er Habermas – erkannt haben, wie wichtig das Christentum ist, um ein „Abdriften in den Nihilismus oder Fundamentalismus“ zu verhindern.

Benedikt XVI. ließ auch die Eucharistiefeier im Wiener Stephansdom Revue passieren und wies dabei neuerlich auf die unverzichtbare Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags für die ganze Gesellschaft hin. „Auch wir Christen des dritten Jahrtausends können nicht ohne den Sonntag leben“, ohne diesen Tag, der der Arbeit und der Ruhe Sinn gebe, die Bedeutung von Schöpfung und Erlösung vergegenwärtige und darüber hinaus „den Wert der Freiheit und des Dienstes am Nächsten zum Ausdruck bringt… All das ist der Sonntag – bedeutend mehr als ein Gebot!“ Und mahnend fügte er hinzu: Wenn die Völker antiker christlicher Zivilisation diese Bedeutung aufgeben und es zulassen sollten, dass der Sonntag zum Wochenende … verkommt, so würde dies heißen, dass sie beschlossen hätten, der eigenen Kultur zu entsagen.“

In seiner Predigt während des Hochamts in Mariazell, wo er „die beispielhafte Unverzagtheit Abertausender von Pilgern“ erleben durfte, habe er das zentrale Thema seines Besuches erläutert – „auf Christus schauen“.

Als der Papst die Pilgergruppen anschließend begrüßte, appellierte er an die Pilger aus dem deutschsprachigen Sprachraum, die Botschaft von Mariazell zu beherzigen, indem er sagte: „Lasst euch von Maria zu Christus führen!“