Benedikt XVI. ließ dem Moskauer Patriarchen eine Botschaft zukommen

Kardinal Etchegaray auf Mission in Russland

| 1167 klicks

ROM, 23. August 2007 (ZENIT.org).- Bevor ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und dem russisch-orthodoxen Patriarchen von Moskau, Alexeij II., stattfinden kann, müsse Vertrauensarbeit geleistet werden, erklärte Kardinal Roger Etchegaray nach seinem Besuch in Russland.



Der Präsident Emeritus des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, der Sibirien, Irkutsk und Nowosibirsk besuchte, überbrachte Alexej II. einen Brief des Papstes. Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel zelebrierte er in der katholischen Kathedrale von Moskau ein Pontifikalhochamt.

Mit dem Moskauer Patriarchen habe die Kirche in den vergangenen 30 Jahren insbesondere in europäischen Fragen zusammengearbeitet, berichtete der Kardinal gegenüber „Radio Vatikan“. „Ich kann sagen, dass ich mich mit ihm sehr verbunden fühle. Ich betrachte ihn als einen Bruder. Wir sprechen wie Freunde miteinander, und neben anderen Dingen überreichte ich ihm eine persönliche Botschaft Benedikts XVI., eine Botschaft, die Alexej II. sehr begrüßte.“

Zu einem möglichen Treffen des Heiligen Vaters mit dem Moskauer Patriarchen sagte der 84-jährige Kardinal: „Ich bin davon überzeugt, dass der Patriarch und Benedikt XVI. – genauso wie Papst Johannes Paul II. vor ihm – ein solches Treffen aufrichtig und mit brennendem Wunsch herbeisehnen. Aber niemand weiß, wann es stattfinden wird.“

Niemand könne den Zeitpunkt der Begegnung vorhersagen, weil beiden Persönlichkeiten sehr daran liege, dass es sich um eine „Zusammenkunft in der Wahrheit“ handle und nicht nur um ein Medienspektakel. Außerdem müsse dieses Treffen gut vorbereitet werden.

„Oft passiert es, dass die Medien Ereignisse überbewerten oder vereinfachen oder aber die Realität idealisieren, die – und das dürfen wir nicht vergessen – in der Regel ziemlich kompliziert ist“, fuhr Kardinal Etchegaray fort.

Er habe mit Alexeij II. auch über die zahlreichen Initiativen gesprochen, die die Katholiken und die Russisch-Orthodoxen gemeinsam unterhalten. Diesbezüglich stellte er fest: „Es ist eindrucksvoll, wie sie in ganz unterschiedlicher Weise vorangetrieben werden. Das ist eine große Neuheit. Deshalb ist es notwendig, nicht so oft über den Zeitpunkt des Treffens zu sprechen: Vertrauen muss gebildet werden.“