Benedikt XVI.: \"Macht euch zu Trägern und Boten des Lichts, das unserer Welt in Jesus Christus aufstrahlt\"

Über das unerschütterliche Vertrauen in Leben und Tod

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ROM, 7. Dezember 2005 (ZENIT.org).- Die tiefe Gewissheit, dass Gott seine Gläubigen unablässig begleitet und führt, sollte alle dazu führen, zu \"Trägern und Boten des Lichts\" zu werden, \"das unserer Welt in Jesus Christus aufstrahlt\", erklärte Papst Benedikt XVI. am Mittwoch während der Generalaudienz in Rom.



Vor mehr als 20.000 Gläubigen aus aller Welt betrachtete der Heilige Vater Psalm 138, einem Dank- und Loblied, in dem der Betende seine Überzeugung zum Ausdruck bringt, \"dass der \'Name\' des Herrn, das heißt die lebendige Wirklichkeit des wirkenden, personalen Gottes mit seinen Tugenden der Treue und Barmherzigkeit – Zeichen des Bundes mit seinem Volk – die Grundlage für jedes Vertrauen und jede Hoffnung sind.

Aus persönlicher Erfahrung wisse er, dass Gott wie ein Sturm \"alle Zweifel und Ängste wegbläst, Leben spendende Kraft verleiht sowie Tapferkeit und Zuversicht gibt\". Gott sei vor allem barmherzig und kümmere sich um die Schwachen und Unterdrückten, wie es beim Propheten Jesaja heißt: \"So spricht der Hohe und Erhabene, der ewig Thronende, dessen Name \'Der Heilige\' ist: Als Heiliger wohne ich in der Höhe, aber ich bin auch bei den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wieder aufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben\" (Jes 57,15). Benedikt XVI. betonte, dass alle Staatsmänner, aber genauso auch alle übrigen Menschen, diese Wahrheit beherzigen müssten: \"Denn auch wir müssen schließlich wissen, welche Wahl wir treffen sollten: uns auf die Seite der Bedürftigen, der Ausgestoßenen, der Armen und der Schwachen zu stellen.\"

Zum Schluss des Psalms schaut der Betende in Zukunft und \"erfleht die Hilfe Gottes, um jene Prüfungen bestehen zu können, die ihm noch bevorstehen. Und wir alle machen uns dieses Gebet des Betenden der damaligen Zeit zu Eigen\", fuhr der Nachfolger des Apostels Petrus fort.

\"Aber er weiß – und auch wir wissen es –, dass ihn der Herr niemals verlassen wird, sondern ihm seine Hand reicht, um ihn zu retten und zu führen. Das Ende des Psalms ist daher ein leidenschaftliches Bekenntnis des Vertrauens auf diesen Gott der ewig währenden Huld: Dieser Gott verlässt nicht das Werk seiner Hände, das heißt sein Geschöpf. Und in diesem Vertrauen, in dieser Sicherheit, dass man Gott ganz vertrauen kann, müssen auch wir leben.\"

Jeder Mensch müsse in sich die Gewissheit nähren, \"dass wir niemals unserem Schicksal überlassen werden, mögen die Prüfungen, die auf uns warten, auch noch so schwer und heftig sein. Niemals lässt uns die Hand Gottes los – jene Hand, die uns geschaffen hat und uns jetzt auf dem Lebensweg begleitet.\"