Benedikt XVI.: Neuevangelisierung beginnt im Priesterseminar

Vor der Verkündigung geht es darum, „bei Christus zu bleiben“

| 2373 klicks

ROM, 19. August 2009 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. fordert ein erneutes Engagement in der Priesterausbildung. Während der heutigen Generalaudienz in Castel Gandolfo betonte der Papst, dass dies „der wahre Ausgangspunkt und der Knotenpunkt für eine Neuevangelisierung ist“ - für eine Evangelisierung, die mehr sein wolle als ein „attraktiver Slogan“.

Benedikt XVI. erinnerte die Gläubigen an den heiligen Johannes Eudes, dessen Gedenktag heute begangen wurde. Er verglich diese große Priestergestalt mit dem Pfarrer von Ars, dem heiligen Johannes-Maria Vianney, und wies darauf hin, dass beide am 31. Mai 1925 von Papst Pius XI. heilig gesprochen worden waren.

Das Priesterjahr veranlasste den Papst dazu, den apostolischen Eifer des heiligen Johnannes Eudes besonders hervorzuheben. Eudes habe sich besonders in der Ausbildung des Diözesanklerus engagiert, so Benedikt XVI. Ganz konkret habe er für die Umsetzung der Bestimmungen der Konzils von Trient für die Priesterausbildung gesorgt. Gerade die Mängel in der Priesterausbildung hätten zur Krise der Reformation geführt.

„Getrieben vom klaren Bewusstsein des großen Bedürfnisses an geistlicher Hilfe, in der sich die Menschen gerade auch aufgrund der unangemessenen Vorbereitung eines Großteils des Klerus befanden, errichtete der Heilige, der ein Pfarrer war, eine Kongregation, die sich spezifisch der Ausbildung der Priester widmete.“ Sein Weg der Heiligung habe in einem festen Vertrauen auf die Liebe gegründet, die Gott der Menschheit im priesterlichen Herzen Jesu und im mütterlichen Herzen Mariens offenbart habe.

Benedikt XVI. betonte, auch heute sei es notwendig, dass „die Priester die unendliche Barmherzigkeit Gottes mit einem gänzlich von Christus ‚eroberten’ Leben bezeugen und dies in den Jahren ihrer Vorbereitung in den Seminaren lernen“. Der Papst erinnerte in diesem Zusammenhang an das Nachsynodale Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis (1992) von Papst Johannes Paul II. Mit diesem Schreiben habe sein Vorgänger vor allem auf die notwendige Kontinuität zwischen dem anfänglichen und dem kontinuierlichen Aspekt der Ausbildung aufmerksam gemacht.

Hierin bestehe der wahre Ausgangspunkt für jede echte Reform des Lebens und des Apostolats der Priester, hob Papst Benedikt hervor. Die Priesterausbildung sei der Knotenpunkt, von dem aus sich die Neuevangelisierung verwirklichen lasse.

Die Ausbildung im Priesterseminar biete einen unersetzlichen „geistlichen Humus“, in dem „Christus zu lernen“ sei. Voraussetzung für die Verkündigung sei somit, dass die Priester vor ihrer Aussendung genauso wie die Apostel zunächst „bei Christus“ blieben, um dann immer mit ihm zu gehen, ihn wirklich zu verkündigen und der Welt die Wirklichkeit des Evangeliums zu bringen.