Benedikt XVI.: Priestersein, das „interessanteste Abenteuer der Welt“

Der Bischof von Rom besucht „sein“ Priesterseminar

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ROM, 5. Februar 2008 (ZENIT.org).- „Es ist notwendiger als je zuvor, immer mehr zu Boten des Evangeliums zu werden“, betonte Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch des Päpstlichen Seminario Maggiore in Rom. Gerade die Priesteramtskandidaten hätten dies erkannt.



Für das „interessanteste Abenteuer“ der Welt wünschte der Heilige Vater den angehenden Seelsorgern die Fähigkeit, auf Christus zu hören, in Gemeinschaft zu wirken und nach Heiligkeit zu streben, um Jesus Christus in allem nachzuahmen, ohne ihre Gedanken an eine verkürzte Form von Selbstverwirklichung zu verschwenden.

Das Große Päpstliche Priesterseminar feierte das Fest seiner Schutzpatronin der „Madonna della Fiducia“ („Unsere Liebe Frau des Vertrauens“), und so konnte Papst Benedikt zum Abschluss der feierlichen Vesper seine Freude äußern, als Bischof von Rom „sein Seminar" besuchen zu dürfen.

„Weil das Geschenk, Gottes Adoptivkinder zu sein, Ihr Leben erleuchtet hat", sagte der Papst den Seminaristen, „haben Sie den Wunsch verspürt, dies mit anderen zu teilen. Das ist der Grund, warum Sie hier sind: ihre Berufung zur Sohnschaft zu entwickeln und sich für ihre zukünftige Aufgabe als Apostel Christi vorzubereiten. Die Freude am Leben mit Gott Vater zu genießen bedeutet, dass Sie das Gefühl haben, dass es notwendiger ist als je zuvor, immer mehr zu Boten des Evangeliums von seinem Sohn Jesus zu werden.“

All dies könne nur noch größeres Vertrauen einflößen, „weil das empfangene Geschenk einfach überwältigend ist, uns mit Staunen erfüllt und uns mit inniger Freude sättigt. Und so sind Sie nun in der Lage zu verstehen, welche Rolle Maria in Ihrem Leben einnimmt.“ So wie der Jesus „von einer Frau geboren wurde“, von Maria, der Mutter Gottes, genauso hätten die Kinder Gottes und in besonderer Weise die Priester Maria zur Mutter.

Der Papst wandte sich dann an die Eltern der Priesteramtskandidaten und sagte: „Sie sind wahrscheinlich am meisten von allen überrascht über all das, was bei ihren Kindern geschehen ist und geschieht. Sie hatten sich vielleicht für sie schon eine Aufgabe ausgedacht, die sich schon von der Aufgabe unterscheidet, für die sie sich jetzt vorbereiten.“ Auch Maria habe sich viele Fragen über ihren Sohn Jesus stellen und lange Zeit darüber nachdenken müssen. „Es ist unvermeidlich“, so der Papst, „dass die Berufung von Kindern in gewisser Weise auch zur Berufung der Eltern wird."

Das Leben eines Priesters stehe zwar nicht im Mittelpunkt des Interesses der Mehrheit der Menschen, „aber in Wirklichkeit ist es das interessanteste Abenteuer“ und überdies das notwendigste schlechthin. Denn die Priester seien gerufen, Zeugnis über die mögliche „Verwirklichung der Fülle des Lebens“ zu geben, das alle Menschen überall auf der Welt anstrebten. Es handle sich dabei um ein „sehr anspruchsvolles Abenteuer“, und anders könne es auch nicht sein, „da doch der Priester berufen ist, Jesus Christus nachzuahmen".

Zwei Aspekte sind nach Worten des Heiligen Vaters für das Leben eines Seminaristen charakteristisch: An erster Stelle hört er auf die Stimme des Herrn. Das erfordere „eine Atmosphäre des Schweigens. Aus diesem Grund bietet das Seminar Zeit und Raum zum täglichen Gebet; es schenkt der Liturgie, der Meditation über die Wort Gottes und der Eucharistische Anbetung große Aufmerksamkeit“. Weiterhin sei es wichtig, genügend Zeit den Studium zu widmen: „Durch Gebet und Studium können Sie selbst zu einem Mann Gottes heranwachsen.“

Benedikt XVI. sprach auch den Aspekt der Gemeinschaft an, „der von großer Bedeutung ist“: Gemeinschaft habe nicht nur mit der Gegenwart zu tun, sondern sie beziehe sich „auch auf die Zukunft. In der pastoralen Arbeit, die Sie erwartet, geht es darum, gemeinsam zu handeln, geeint in einem einzigen Leib, in dem gemeinsamen Stand, in dem der Priester mit dem Bischof über die christliche Gemeinde wacht."

„Gott ruft euch zu Heiligen“, so schloss der Papst, „und die Heiligkeit ist das Geheimnis des echten Erfolgs in Ihrem priesterlichen Dienst“. Den Priesteramtskandidaten wünschte er ein „offenes Herz für die Wahrheit, Transparenz und Dialog mit denen, die Sie leiten“. So würden sie in der Lage sein, „einfach und bescheiden auf Gottes Willen einzugehen und mit Gott zu gehen, „ohne ein persönliches Projekt zu verfolgen“.