Benedikt XVI. ruft dazu auf, den eigenen Besitz mit den Armen teilen

Audienz für Bischöfe aus dem Süden Mexikos

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ROM, 30. September 2005 (ZENIT.org).- Die besondere Sorge des Papstes gilt den vielen armen Menschen in Mexiko. Anlässlich der Audienz für die vierte Gruppe der mexikanischen Bischöfe, deren Diözesen vorwiegend im südlichen Teil des rund 2 Millionen Quadratkilometer großen nordamerikanischen Staates liegen, sprach der Heilige Vater am Donnerstag von der bedeutenden Rolle, die den Laien bei der Ausrottung der Armut zukommt. Sie müssten lernen, ihre Güter in einem evangeliumsgemäßen Geist zu verwalten und zu teilen.



Die Armut, die rund 25 Millionen Mexikaner in Mitleidenschaft zieht, ist eines der großen Themen, die Papst Benedikt XVI. anlässlich des "Ad-limina"-Besuchs der mexikanischen Bischöfe angesprochen hat (vgl. Zenit-Artikel vom 14. September 2005).

Wie in den frühchristlichen Gemeinden

In einer Ansprache, die er auf Spanisch hielt, erinnerte Benedikt XVI. die Mitglieder der vierten und letzten Abordnung mexikanischer Bischöfe daran, "dass der bischöfliche Lehrauftrag darin besteht, das Evangelium Jesu Christi mit all seinen moralischen und religiösen Werten unter der Berücksichtigung der verschiedenen Wirklichkeiten und Aspirationen zu verkünden, die in der zeitgenössischen Gesellschaft entstehen und mit denen die Hirten gut vertraut sein müssen." Ihre besondere Aufmerksamkeit sollten die Bischöfe "den verletzbarsten Gruppen und den Armen schenken, wie es ja in den frühen christlichen Gemeinden ebenfalls geschah". Diese Menschen machten "einen großen Teil der Gesamtbevölkerung" aus und fielen zuweilen völlig unzulänglichen und unannehmbaren Strukturen zum Opfer. "Die passende Reaktion auf diese Herausforderung leitet sich aus dem Evangelium ab. Sie muss Solidarität und Frieden fördern, die eine wahre Gerechtigkeit ermöglichen."

Christus ermahnt zur tätigen Nächstenliebe

Benedikt XVI. erklärte, dass die Kirche immer bemüht sei, jede Form von Diskriminierung zu beseitigen und die Christen anleite, stets Gerechtigkeit und Liebe walten zu lassen. Weil er zu Bischöfen eines Landes sprach, in dem ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung die weitaus meisten Güter besitzt, bat der Heilige Vater darum, alle Vermögenden zu ermutigen, ihren Besitz zu teilen, "weil es doch Christus selbst ist, der uns ermahnt, mit den bedürftigsten Brüdern zu teilen. Es reicht nicht aus, nur im ernstesten Notfall Abhilfe zu schaffen, sondern es ist notwendig, das Problem an den Wurzeln anzupacken und Maßnahmen vorzuschlagen, die soziale, politische und wirtschaftliche Strukturen für ein gerechteres und solidarisches Gemeinwesen schaffen." Lasse man sich von diesen Grundsätzen leiten, "wird die Nächstenliebe zum Dienst an der Kultur, der Politik, der Wirtschaft und der Familie. Dann wird sie zur Grundlage einer echten menschlichen Entwicklung, die alle mit einschließt."