Benedikt XVI. ruft dazu auf, der Wiederkunft des Herrn die Wege zu bereiten

Papstworte am ersten Adventssonntag

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ROM, 28. November 2005 (ZENIT.org).- Zu Beginn der Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest ermutigte Benedikt XVI. die Christen, sich neu bewusst zu werden, dass der Aufbau einer neuen, besseren Welt tatsächlich möglich ist.



Vor dem Gebet des \"Engel des Herrn\" erinnerte der Heilige Vater diesbezüglich an die Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Kirche in der Welt von heute, \"Gaudium et Spes\", in der erklärt wird, dass \"die Erwartung der neuen Erde die Sorge für die Gestaltung dieser Erde\" nicht abschwächen, sondern im Gegenteil verstärken müsse (39).

Die Adventszeit sei vom religiösen Standpunkt aus betrachtet eine \"höchst bedeutsame Zeit, denn sie ist voller Hoffnung und geistiger Erwartung\", betonte der Papst. \"Jedes Mal, wenn sich die christliche Gemeinschaft darauf vorbereitet, das Gedächtnis der Geburt des Erlösers zu begehen, überkommt sie eine Freude, die bis zu einem bestimmten Grad auch an die ganze Gesellschaft weitergegeben wird.

Im Advent erleben die Christen eine doppelte Bewegung des Geistes: Einerseits richten sie ihren Blick auf das letzte Ziel ihrer geschichtlichen Pilgerschaft, die glorreiche Rückkehr des Herrn Jesus, andererseits feiern sie ergriffen seine Geburt in Bethlehem und verbeugen sich vor seiner Krippe. Die Hoffnung der Christen ist auf die Zukunft gerichtet, bleibt aber immer fest in einem Ereignis der Vergangenheit verwurzelt.\"

Aus diesem Grund sei es so entscheidend, wachsam zu bleiben – \"bereit zu sein für den Herrn und ihn empfangen zu können, wenn er unerwartet kommt\". Benedikt XVI. nannte den Advent jene Zeit, \"in der der Christ in seinem Herzen neu die Hoffnung aufflammen lassen soll, dass er mit der Hilfe Gottes fähig ist, die Welt zu erneuern\". In diesem Sinne ermutigte er abschließend die deutschsprachigen Pilger, die auf den Petersplatz gekommen waren, mit folgenden Worten: \"Die Adventszeit ruft alle Christen dazu auf, mit wachsamem Herzen und durch Taten der Liebe der Wiederkunft des Herrn die Wege zu bereiten. Gott schenke euch dazu das Licht seiner Gnade!\" Außerdem wünschte der Heilige Vater, als er sich verabschiedete, allen eine gesegnete Adventszeit. Sie sei \"eine einmalige Gelegenheit, um das Gebet in der Familie wiederzuentdecken, um auf diese Weise die Jugendlichen zum Herrn zu führen\".