Benedikt XVI. ruft zum verantwortlichen Umgang mit den Massenmedien auf

Treffen mit 5.000 Journalisten im Vatikan

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ROM, 25. April 2005 (ZENIT.org).- "Dank eurer Arbeit richtete sich für einige Wochen die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf den Petersdom, den Petersplatz und den Apostolischen Palast (…). Danke für alles, was ihr getan habt", sagte Papst Benedikt XVI. am Samstag, dem 23. April, anlässlich eines Treffens mit Medienleuten aus aller Welt im Vatikan.



Herzlich bedankte sich der Heilige Vater bei den rund 5.000 Journalisten, Fernsehreportern und sonstigen Vertretern aus der Welt der Kommunikation für ihre unermüdliche Berichterstattung, die unmittelbar vor dem Tod seines Vorgängers, Johannes Pauls II., am Vorabend zum Barmherzigkeitssonntag am 2. April eingesetzt hatte.

Die Möglichkeiten der modernen Massenmedien "sind in der Tat großartig und außergewöhnlich", fuhr Benedikt XVI. auf Englisch fort, der seine Ansprache auf Italienisch begonnen hatte. "Das Zweite Vatikanische Konzil hat vom ungeheuren Potential der Medien gesprochen. Die Konzilsväter widmeten diesem Thema sogar ihr erstes Dokument. Darin erklärten sie, dass die Medien "in ihrer Eigenart nicht nur den einzelnen Menschen, sondern die Masse und die ganze menschliche Gesellschaft erreichen und beeinflussen können" ( Dekret "Inter mirifica" vom 4. Dezember 1963, 1)." Seit diesem Datum der Promulgation dieses Dekrets habe die Menschheit eine wahre "Medienrevolution miterlebt, die keinen Bereich des menschlichen Lebens unberührt lässt".

Ein ganz "großer Künstler im offenen und ehrlichen Dialog" mit den Kommunikationsmitteln sei Papst Johannes Paul II. gewesen, sagte der 264. Nachfolger des Apostels Petrus auf Französisch. Er bekundete den Wunsch, "diesen fruchtbaren Dialog" im Sinne seines Vorgängers fortführen zu wollen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Heilige Vater an Karol Wojtylas Worte aus seinem zuletzt veröffentlichten Apostolischen Schreiben "Die schnelle Entwicklung" vom 21. Februar 2005: "Das aktuelle Phänomen der sozialen Kommunikationsmittel spornt die Kirche zu einer Art pastoraler und kultureller Erneuerung an, um so in der Lage zu sein, den Zeitenwandel, in dem wir leben, in entsprechender Weise bewältigen zu können" (8).

Auf Deutsch führte der am 19. April zum Bischof von Rom gewählte 78-jährige Joseph Ratzinger diesen Gedanken weiter aus: "Damit die sozialen Kommunikationsmittel einen positiven Dienst am Gemeinwohl leisten können, braucht es den verantwortlichen Beitrag aller und jedes einzelnen. Dabei ist es notwendig, immer besser die Perspektiven und die Verantwortung zu begreifen, die die Entwicklung der Medien mit sich bringt – im Hinblick auf die tatsächlichen Auswirkungen auf das Gewissen und auf die Geisteshaltung der Menschen wie auch auf die Bildung der öffentlichen Meinung.

Zugleich möchte ich die Notwendigkeit eines klaren Bezugs auf die ethische Verantwortung derer hervorheben, die im Mediensektor arbeiten, besonders hinsichtlich der aufrichtigen Suche nach der Wahrheit sowie des Schutzes der zentralen Stellung und der Würde der menschlichen Person. Nur unter diesen Voraussetzungen können die Medien dem Plan Gottes gerecht werden, der sie uns zur Verfügung gegeben hat, 'um die Wahrheit zu entdecken, zu nutzen, bekannt zu machen, auch die Wahrheit über unsere Würde und unsere Bestimmung als seine Kinder, Erben seines ewigen Reiches'" ("Die schnelle Entwicklung", 14).

Auf Italienisch wiederholte der neue Papst abschließend seine Dankbarkeit für den "bedeutenden Dienst", den die Medienleute zum Wohl der Gesellschaft leisten würden. Er sagte, er werde für die Anliegen jedes Einzelnen beten und grüße neben allen Anwesenden auch deren Familienangehörigen und Mitarbeiter. Vor der Spendung des Apostolischen Segens erflehte der Heilige Vater "auf die Fürsprache der himmlischen Mutter Christi für jeden die Fülle der Gnaden Gottes".