Benedikt XVI. schreibt der Jugend: Verliert nicht den Mut!

Botschaft zum Weltjugendtag 2009

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ROM, 4. März 2009 (ZENIT.org).- „Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt“ (1 Tim 4,10): Im Zeichen dieses Mottos steht die heute veröffentlichte Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum Weltjugendtag, der in diesem Jahr auf Bistumsebene stattfinden wird. In Rom werden die Jugendlichen wie üblich am Palmsonntag (5. April) zusammenkommen, um diesen besonderen Tag zu begehen, in anderen Teilen der Welt wird der Weltjugendtag ebenfalls rund um dieses Datum stattfinden.



Benedikt XVI. fordert die Weltjugend auf, die wahre Hoffnung in der Welt zu verbreiten. Diese Hoffnung „ist nicht nur ein Ideal oder ein Gefühl, sondern eine lebendige Person: Jesus Christus, der Sohn Gottes“. Der Papst betont zudem, dass Gottvergessenheit nur zu Einsamkeit, Gewalt und Verzweiflung führe.

Im ersten Abschnitt seiner Botschaft über „die Jugend – Zeit der Hoffnung“ erinnert Benedikt XVI. an den vergangenen Weltjugendtag 2008 in Sydney, in dessen Mitte der Heiligen Geist gestanden hatte. Alle Menschen würden das Bedürfnis nach einer festen und vertrauenswürdigen Hoffung verspüren, schreibt der Papst. Die Jugend bilde die Zeit der Hoffnung, in der gerade angesichts der Schwierigkeiten die wesentlichen Fragen des Lebens heranreiften. Daher stelle sich die Frage: „Woher die Flamme der Hoffnung nehmen und wie sie im Herzen lebendig erhalten?“

Die Erfahrung zeige, so der Papst im zweiten Abschnitt der Botschaft („Auf der Suche nach der großen Hoffnung“) , dass persönliche Fähigkeiten und materielle Güter alleine nicht ausreichend seien. Die wahre Hoffnung könne nur Gott sein. Eine der Hauptfolgen der Gottesvergessenheit sei deshalb eine gewisse Verlorenheit, was oft mit Einsamkeit und Gewalt, mit Unzufriedenheit und Vertrauensverlust einhergehe, die häufig in die Verzweiflung führten.

Die Krise der Hoffnung betreffe die jungen Generationen, die in einem soziokulturellen Umfeld ohne Sicherheiten, Werten und festen Bezugspunkten Schwierigkeiten aller Art entgegentreten müssten, die größer zu sein schienen als ihre eigenen Kräfte. Aus diesem Grund flüchteten junge Menschen sich in die Welt der Drogen und des Alkohols. Aber auch unter diesen Gegebenheiten erlösche die menschliche Sehnsucht nach wahrer Liebe und echtem Glück nicht, die nur in Gott ihre wahre Verwirklichung finde. Daher sollte man sich insbesondere um eine Neuevangelisierung bemühen, die den jungen Generationen helfe, das wahre Antlitz Gottes wieder zu entdecken.

„Paulus – Zeuge der Hoffnung“: Unter diesem Überschrift erläutert der Heilige Vater im dritten Abschnitt seiner Botschaft zum Weltjugendtag anhand des Bekehrungserlebnisses des Völkerapostels, worin der Grund der Hoffnung besteht: Paulus habe alles auf Christus und seine Liebe gesetzt. Der Apostel führe die Menschen auch heute zur Erkenntnis: „Die große Hoffnung ist Christus.“

Im vierten Abschnitt der Papstbotschaft wird mit Blick auf den heiligen Paulus erörtert, dass die Hoffnung nicht nur ein Ideal oder ein Gefühl ist, sondern eine lebendige Person: Jesus Christus, der in der Welt gegenwärtig sei und den Menschen nicht alleine lasse. „Die Hoffnung des Christen besteht somit darin, dass wir uns nach dem Himmelreich sehnen und uns nicht auf unsere Kräfte, sondern auf die Gnadenhilfe des Heiligen Geistes verlassen“, schreibt Papst Benedikt.

Der „Weg zur großen Hoffnung“, so Abschnitt 5 der neuen Papstbotschaft, führe über das Gebet, das die Welt für Gott offen halte. In diesem Sinn ermutigt Benedikt XVI. alle Jugendlichen: „Gebt dem Gebet Raum in eurem Leben!“

Der Papst ruft die jungen Menschen zur Teilnahme am liturgischen Leben, zum Hören des Wortes Gottes und zur aktiven Teilnahme an den Sakramenten auf. Der Höhepunkt des christlichen Lebens und der christlichen Sendung ist nach seinen Worten die Eucharistie. „Um die Eucharistie entsteht und wächst die Kirche, die große Familie der Christen, in die man mit der Taufe eintritt und in der man sich dank der Sakraments der Versöhnung ständig erneuert.“

Das Leben aus den Sakramenten veranlasse den Christen zu einem „Handeln gemäß der christlichen Hoffnung“, so der sechste Abschnitt der Botschaft. Benedikt XVI. fordert die Jugendlichen darin auf, treue Nachfolger Jesu zu werden, um so die christlichen Gemeinden mit zu gestalten. Wie Paulus solle die Jugend Zeugnis für den Auferstandenen ablegen. „Wenn Jesus zu eurer Hoffnung geworden ist, so sagt das mit eurer Freude und eurem geistlichen, sozialen und apostolischen Einsatz auch den anderen!“

Die Entscheidungen der jungen Menschen sollten den Glauben sichtbar machen, bekräftigt Papst Benedikt. „Zeigt, dass ihr die Gefahren und den Götzendienst des Geldes, der materiellen Güter, der Karriere und des Erfolges erkannt habt, und lasst euch von diesen Trugbildern nicht verführen“. Der Papst rät den Jugendlichen außerdem, nicht „der Logik des Egoismus“ nachzugeben, sondern Nächstenliebe zu üben. „Strengt euch an, euch und eure menschlichen und beruflichen Fähigkeiten in den Dienst des Gemeinwohls und der Wahrheit zu stellen.“ Der wahre Christ sei nie traurig, da die Gegenwart Jesu das Geheimnis seiner Freude und seines Friedens sei.

Der siebte und letzte Abschnitt der Papstbotschaft zum diesjährigen Weltjugendtag ist „Maria, der Mutter der Hoffnung“, gewidmet. Die Jungfrau Maria sei Vorbild für den apostolischen Weg des „Volkes der Hoffnung“, auf dem dieses zur Verwirklichung des Reiches voranschreite. Die Gottesmutter halte vor allem für die jungen Menschen Fürsprache und führe sie und alle aus der Dunkelheit der menschlichen Schwierigkeiten hinein in die „strahlende Morgenröte der Begegnung mit dem Auferstandenen“.

Abschließend bittet Benedikt XVI. die Mutter Jesu, den „Meeresstern“, die Jugend der ganzen Welt zur Begegnung mit ihrem Sohn zu führen und „himmlische Hüterin ihrer Treue zum Evangelium und ihrer Hoffnung“ zu sein.