Benedikt XVI. segnet Statue des italienischen Ordensgründers Luigi Orione im Vatikan

Für den Heiligen waren die im Leben Benachteiligten die wahren Schätze der Kirche

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ROM, 26. Juni 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. segnete gestern, Mittwoch, eine Kolossalstatue des italienischen Sozialapostels und Ordensgründers Luigi Orione für den Petersdom.

Die Segnung der Marmorskulptur, die demnächst ihren Platz in einer Nische der Außenmauer des Petersdoms finden soll, fand vor der Generalaudienz statt. An der Feier nahmen unter anderem P. Flavio Peloso, der leitende Direktor des von P. Orione gegründeten Ordens, und der neue Bürgermeister Roms, Gianni Alemanno, teil. Der in Italien, aber auch im Ausland für sein Engagement für die Armen und Entrechteten bekannte Ordensgründer war 2004 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen worden.

Luigi Orione wurde am 23. Juni 1872 im italienischen Pontecurone in der Region Alessandria geboren. Nach seiner Ausbildung bei den Franziskanern in Voghera und den Gymnasialstudien bei Don Bosco in Turin trat er ins Priesterseminar ein, wo er am 13. April 1895 zum Priester geweiht wurde.

Noch als Theologiestudent gründete er in Tortona 1892 ein kirchliches Jugendzentrum zur Erziehung von Jungen und 1893 eine Internatsschule für mittellose Schüler. Daraus entwickelte sich sein karitativ-soziales Werk „Opera della Divina Providenza“ (Werk der göttlichen Vorsehung), das von den beiden Ordensfamilien getragen wird, die der Heilige gründete: die „Figli della Divina Provvidenza“ (Söhne der göttlichen Vorsehung), die im Jahre 1903 kirchlich approbiert wurden; und die „Piccole Suore della Carità“ (Kleine Missionsschwestern von der Liebe), die im Jahr 1915 entstanden.

Pius X. wies Don Orione in Rom Seelsorgsstellen zu und bestellte ihn für die Jahre 1909-1912 zum Generalvikar der Erzdiözese Messina. Noch zu seinen Lebzeiten breitete sich sein Werk über Europa (Polen 1924), Südamerika (Brasilien 1913) und Nordamerika (USA 1934) aus. Die vom heiligen Luigi Orione gegründeten Ordensfamilien arbeiten heute in fast allen Ländern der Erde als Helfer der Alten, Kranken und Notleidenden, besonders unter der Jugend.

Der Einsatz von Don Orione bewährte sich vor allem in seinen Hilfsmaßnahmen zugunsten der zahlreichen Kriegswaisen von 1915-1918. Pater Orione verstand sich dabei überall als Verkünder des Evangeliums, auch gegenüber Kirchenfernen.

Seine praktisch ausgerichtete Spiritualität orientierte sich am „Ora et labora“ des Benedikt von Nursia, an der Kreuzesliebe des Franz von Assisi, an der Schwerstkrankenfürsorge des Josef Benedikt Cottolengo sowie an der apostolischen Arbeit unter der Jugend und in den Missionen seines Lehrers Don Bosco.

Am Ende der gestrigen Generalaudienz begrüßte Benedikt XVI. „voller Zuneigung" die Mitglieder der Orione-Familie. Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Enthüllung der Statue ihres Gründers „für alle seine geistlichen Kinder ein neuer Impuls sei, auch weiterhin auf dem Weg zu gehen, den der heilige Luigi Orione gewiesen hat. Vor allem sollten, wie er selbst gesagt habe, „die Kleinen, die Bescheidenen, die armen Arbeitnehmer, die im Leben Benachteiligten, die alle Christus besonders nahe sind als auch die wahren Schätze der Kirche Jesu Christi“ zum Nachfolger Petri gebracht werden.

„Nur Nächstenliebe wird die Welt retten", ist als Satz in das offene Buch des Evangeliums eingemeißelt, das die Marmorausgabe von P. Orione in der Hand hält.