Benedikt XVI. segnete die Lämmer, aus deren Wolle die Heiligen Pallien gefertigt werden

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ROM, 22. Januar 2007 (ZENIT.org).- Am Vortag des liturgischen Fests der heiligen Agnes, Jungfrau und Märtyrerin, segnete Papst Benedikt XVI. in der „Capella Urbano VIII“ im Apostolischen Palast zwei Lämmer, deren Wolle zur Fertigung der Heiligen Pallien dienen wird. Nach der traditionellen Zeremonie wurden die Tiere von zwei „Sediari“ und deren Dekan dem Kloster von Santa Cecilia übergeben.



Seit dem vierten Jahrhundert tragen die Bischöfe von Rom das Pallium, um so ihre besondere Jurisdiktion symbolhaft zum Ausdruck zu bringen. Das Pallium, das ursprünglich dem Nachfolger Petri vorbehalten war, wurde dann als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl den Metropoliten verliehen. Papst Symmachus gewährte dieses Privileg zum ersten Mal dem Bischof von Arles Caesarion im Jahr 513.

Die neuen Pallien werden alljährlich am Fest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus von Papst gesegnet und anschließend in der „Palliennische“ der „Confessio“-Kapelle über dem Grab des Apostels Petrus verwahrt.

Seit dem Frühmittelalter haben die Päpste ein Pallium getragen, das auf der Brust und dem Rücken in der Form eines Y lag. Die Stola ist mit fünf gestickten schwarzen oder purpurnen Kreuzen – Symbol der fünf Wundmale Christi – geziert. Benedikt XVI. hat die antike Form des V-förmig geschulterten Palliums wieder auf.

In seiner Predigt zur Amtsübernahme vom 24. Mai 2005 erklärte der Papst den mit dem Pallium verbundenen Symbolismus: Das Pallium sei Zeichen des „Joches Christi“, das „Joch Gottes“ ist. Konkret deute es auf die Arbeit des Hirten hin: Es stelle das „verirrte Lamm oder auch das kranke und schwache Lamm“ dar, „das der Hirt auf seine Schultern nimmt und zu den Wassern des Lebens trägt“.

Das Pallium, so erklärte der Heilige Vater damals, „sagt uns zuallererst, dass wir alle von Christus getragen werden. Aber er fordert uns zugleich auf, einander zu tragen. So wird das Pallium zum Sinnbild für die Sendung des Hirten.“

Gott, der zum Lamm geworden sei, wolle dem Menschen dadurch zu verstehen geben: „Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.“ In diesem Sinn sei das aus der Wolle der unschuldigen Lämmer gewobene Pallium hohes Symbol der „Weite der Aufgabe“ des Hirten und Ausdruck der milden Güte des liebenden Gottes.

Zum Amt der so genannten „Sediari“ („Stuhlträger“): Auf der „Sedia Gestatoria“, dem Päpstlichen Tragsessel, der von den „Sediari“ getragen wurde, bewegten sich die Päpste einst durch die Menschenmenge. Mit Johannes Paul II. wurde diese Tradition abgeschafft. Das Amt der „Sediari“ hielt er jedoch aufrecht. Heute tragen zu einem „geregelten Verlauf der Audienzen und der päpstlichen Zeremonien“ bei, wie Papst Benedikt im vergangenen Jahr im Rahmen einer Audienz erklärte.