Benedikt XVI. setzt ein Jahr des Glaubens mit einem Motu Proprio ein

Motu Proprio Porta fidei veröffentlicht

| 1651 klicks

VATIKANSTADT, 19. Oktober 2011 (ZENIT.org). – Die „Tür des Glaubens“ stehe immer offen und sei der Schlüssel für den Eingang in die Kirche Gottes. Mit diesem Konzept hat Papst Benedikt XVI. mit einem Motu Proprio ein "Jahr des Glaubens" ausgerufen.

Der Weg des Glaubens, erklärt der Papst, dauere das ganze Leben lang, von der Taufe bis zum „Übergang  in das ewige Leben im Tod“:

„Nun geschieht es nicht selten“, stellte der Papst fest, „dass die Christen sich mehr um die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen ihres Einsatzes kümmern und dabei den Glauben immer noch als eine selbstverständliche Voraussetzung des allgemeinen Lebens betrachten.“

Trotzdem, im Hinblick auf das Matthäusevangelium, „dürfen wie nicht zulassen, dass das Salz schal wird und das Licht verborgenen gehalten wird“ (vgl. Mt 5,13-16), und der Mensch könne auch heute noch „Jesus hören, der dazu einlädt, an ihn zu glauben und aus der Quelle zu schöpfen, aus der lebendiges Wasser hervorsprudelt“ (vgl. Joh 4,14).

Dies war der Ausgangspunkt für das Einsetzen eines Jahrs des Glaubens, wie es vom Heiligen Vater vor dem Sonntagsangelus ausgerufen wurde. Es wird am 11. Oktober 2012 beginnen (dem 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils) und bis zum 24. November 2013 andauern, dem Hochfest Christus König des Universums.

Das letzte Jahr des Glaubens wurde von Papst Paul VI. 1967 eingesetzt, zwei Jahre nach dem Konzil, und, wie „Papst Ratzinger“ in Erinnerung rief, hatte es sich der nachkonziliaren Erneuerung der Kirche verschrieben, die, wie bei jeder Erneuerung, „auch durch das Zeugnis des Lebens der Gläubigen geschieht“.

Mit dem Glauben sei die Mission eng verbunden: „Es ist die Liebe Christi, die unsere Herzen erfüllt und zur Evangelisierung treibt“, so der Papst. Die Neuevangelisierung sei eine Stütze des Glaubens, denn mit ihr „wächst er nämlich, wenn er als Erfahrung einer empfangenen Liebe gelebt und als Erfahrung von Gnade und Freude vermittelt wird.“

Der hl. Augustinus, zitierte der Heilige Vater, lehre uns, dass die Gläubigen sich „glaubend unterstützen“; nur auf diese Weise könne der Glaube wachsen und stärker werden. „Es gibt keine andere Möglichkeit, Gewissheit über das eigene Leben zu haben, als sich in ständig zunehmendem Maße den Händen einer Liebe zu überlassen, die als immer größer erfahren wird, weil sie ihren Ursprung in Gott hat.“

Benedikt XVI. lud danach seine „Mitbrüder im Bischofsamt“ dazu ein, „sich in dieser Zeit der geistlichen Gnade, die der Herr uns anbietet, dem Nachfolger Petri anzuschließen, um des kostbaren Geschenks des Glaubens zu gedenken.“

Um das Jahr des Glaubens „auf würdige und fruchtbare“ Weise zu feiern, forderte der Heilige Vater dazu auf, dass „intensiver über den Glauben nachgedacht werden soll, um allen, die an Christus glauben, zu helfen, ihre Zustimmung zum Evangelium bewusster und stärker werden zu lassen, vor allem in einem Moment tiefgreifender Veränderungen, wie ihn die Menschheit gerade erlebt.“

Unser „Glaube an den auferstandenen Herrn“ müsse uns dazu drängen „ihn in unseren Häusern und bei unseren Familien zu bekennen, damit jeder das starke Bedürfnis verspürt, den unveränderlichen Glauben besser zu kennen und an die zukünftigen Generationen weiterzugeben.“

Um den Glauben „vollständig und mit erneuerter Überzeugung, mit Vertrauen und Hoffnung zu bekennen“, fügte der Papst hinzu, müsse „auch die Feier des Glaubens in der Liturgie verstärkt werden, besonders in der Eucharistie“, und das Credo müsse wiederentdeckt werden. Um ein systematisches Wissen über die Glaubensinhalte zu erlangen, müsse der Katechismus der Katholischen Kirche benutzt werden, „ein wertvolles und nicht ersetzbares Instrument“.

Am Schluss des Motu proprio erinnerte der Bischof Roms daran, dass „der Glaube ohne Liebe keine Frucht bringt, und die Liebe ohne den Glauben wäre ein Gefühl, das ständig dem Zweifel ausgesetzt ist“. Er zitierte den hl. Petrus mit den Worten: „Vom Glauben getragen sehen wir hoffnungsvoll auf unser Engagement in der Welt und erwarten dabei „einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt” (2 Petr 3,13; vgl. Offb 21,1).

Der Heilige Vater schloss mit den Worten: „Wir glauben mit fester Gewissheit, dass Jesus, der Herr, das Böse und den Tod besiegt hat. Mit dieser sicheren Zuversicht vertrauen wir uns ihm an: Mitten unter uns gegenwärtig, besiegt er die Macht des Bösen (vgl. Lk 11,20), und die Kirche, die sichtbare Gemeinschaft seiner Barmherzigkeit, bleibt in ihm als Zeichen der endgültigen Versöhnung mit dem Vater.“

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]