Benedikt XVI.: Solidarisch leben wie der heilige Martin

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ROM, 12. November 2007 (ZENIT.org).- Zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Tage ist es nach Worten Benedikts XVI. unerlässlich, nach der „Logik des Teilens“ zu leben.



Als Vorbild eines solchen Lebens führte der Heilige Vater den Gläubigen am Sonntag den heiligen Bischof Martin von Tours vor Augen, der sich im vierten Jahrhundert „mit glühendem Eifer der Evangelisierung des ländlichen Raums und der Ausbildung des Klerus“ gewidmet habe. Bekannt sei er aber vor allem aufgrund einer ganz besonderen „Tat der brüderlichen Liebe“, fügte der Papst hinzu.

„Noch als junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte bebenden und zitternden Armen. Daraufhin nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und reichte jenem Mann die eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und eben mit jenem Mantel bekleidet war.“

Das hochherzige Verhalten des heiligen Martins zeuge, wie Papst Benedikt anschließend unterstrich, von der Logik, „die Jesus dazu drängte, das Brot für die hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst in der Eucharistie als Speise für die Menschheit zurückzulassen“. Und in dieser Logik – der „Logik des Teilens“ – nehme die Nächstenliebe konkrete Züge an.

In diesem Sinn appellierte Benedikt XVI. an die Gläubigen und alle Menschen, sich immer wieder daran zu erinnern, „dass es nur durch einen gemeinsamen Einsatz zum Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer Zeit zu antworten“.

Nur durch das Beherzigen der „Logik des Teilens“ könne eine friedliche und gerechte Welt geschaffen werden, „in der jeder Mensch würdevoll leben kann“; nur eine Weltordnung, die zutiefst solidarisch sei, werde allen Menschen „Nahrung, Wasser und notwendige medizinische Versorgung“ beziehungsweise „Arbeit, Energiequellen und Kulturgüter sowie wissenschaftliche Kenntnisse und technologisches Wissen“ zukommen lassen.

„Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria: Sie möge allen Christen helfen, wie der heilige Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums der Liebe und unermüdliche Gestalter des solidarischen Teilens zu sein.“