Benedikt XVI. trauert über den Tod von Kardinal Gagnon

Erster Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie starb am Sonntag in Montreal (Kanada)

| 996 klicks

ROM, 27. August 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. trauert über den Tod des kanadischen Kardinals Edouard Gagnon (89). Der erste Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie starb am Sonntag im Ordenshaus der Sulpizianer („Societas Presbyterorum a S. Sulpitio“, PSS) in Montreal. Gangnon war der 1642 entstandenen Priesterkongregation vor 70 Jahren beigetreten.



In zwei Kondolenztelegrammen – sie ergingen an den Erzbischof von Montreal, Kardinal Jean-Claude Turcotte, beziehungsweise an den Generalsuperior der Sulpizianer, Pater Lawrence Terrien – würdigt der Heilige Vater den Einsatz des „treuen Dieners der Kirche“, der sich vor allem in den beiden Bereichen Priesterausbildung und Familienpastoral besondere Verdienste erworben habe. „Der Herr möge ihn in den Frieden und das Licht seines Reiches aufnehmen“, schreibt Benedikt XVI.

Edouard Gagnon wurde 1918 in Port-Daniel (kanadische Provinz Quebec) geboren. 1936 begann er, Theologie zu studieren, und empfing vier Jahre später das Sakrament der Priesterweihe. Als Peritus nahm er an der Schlussphase des Zweiten Vatikanischen Konzils teil. Darüber hinaus wirkte er als Generaloberer der Sulpizianer in Kanada, Lateinamerika und Japan.

1969 wurde er Bischof von St. Paul in der kanadischen Provinz Alberta. Drei Jahre später ernannte ihn Papst Paul VI. zum Rektor des 1888 gegründeten Päpstlichen Kanadischen Kollegs in Rom („Pontificio Collegio Canadese a Roma“) und einige Monate darauf zum Präsidenten des Komitees für Familienfragen. Mit der Errichtung des Päpstlichen Rates für die Familien wurde Gagnon dessen erster Präsident. Er leitete unter anderem die Delegation des Heiligen Stuhls, die 1974 in Bukarest (Rumänien) an der Internationalen Konferenz über Fragen der Bevölkerungsentwicklung teilnahm.

Nach dem Ableben von Kardinal Gagnon besteht das Kardinalskollegium aus 181 Mitgliedern. 105 von ihnen haben die Altersgrenze von 80 Jahren noch nicht erreicht und sind somit befugt, an einem Konklave teilzunehmen.