Benedikt XVI. trauert um Priester und drei Diakone, die in Mosul (Nordirak) ermordet wurden

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MOSUL, 4. Juni 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt hat seinen tiefen Schmerz über den gestern verübten Mord am 34-jährigen chaldäischen Priester Ragheed Aziz Ganni sowie an den drei Diakonen Basman Yousef Daoud, Ghasan Bidawid und Wadid Hanna in der drittgrößten irakischen Stadt Mosul zum Ausdruck gebracht.



P. Ganni war Pfarrer der Kirche vom Heiligen Geist im Bezirk Nur der genannten Stadt im Nordirak. Der Geistliche und die drei Diakone, die ihn in seinem Dienst zu unterstützen pflegten, wurden am Dreifaltigkeitssonntag nach der Feier der Heiligen Messe auf dem Vorplatz der Kirche erschossen. Wie AsiaNews.it berichtete, sollen die Leichen nach Augenzeugenberichten noch den ganzen Sonntag unberührt liegen gelassen worden seien; die Passanten seien aufgrund der spannungsgeladenen Atmosphäre davor zurückgeschreckt, die Toten zu bergen.

P. Ganni hatte in der Vergangenheit mehrere Mordanschläge überlebt; die von ihm betreute Kirche war mehrmals bombardiert und angegriffen worden.

Benedikt XVI. ließ dem chaldäischen Bischof von Mossul, Paul Faraj Rahho, aufgrund des traurigen Anlasses ein Telegramm zukommen. In dem Schreiben, das die Unterschrift von Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone trägt und heute, Montag, vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde, überbringt der Bischof von Rom den Angehörigen der Mordopfer sein vom Herzen kommendes Beileid.

Der Papst schließt sich nach dem Telegramm dem Gebet der ganzen christlichen Gemeinde in Mosul an und vertraut die Seelen der Toten „der unendlichen Barmherzigkeit Gottes, unseres liebenden Vaters, an“. Dem Priester und seinen Gehilfen bekundet er posthum seinen Dank „für ihr selbstloses Zeugnis für das Evangelium“. Zugleich äußert Benedikt XVI. seine Hoffnung, dass „ihr teures Opfer“ in den Herzen aller Männer und Frauen guten Willens den festen Entschluss erneuern möge, „die Wege des Hasses und der Gewalt zurückzuweisen; das Böse mit der Kraft des Guten zu besiegen (vgl. Röm 12,21) und zusammenzuarbeiten, um die Ankunft von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden im Irak zu beschleunigen“.

Allen Trauernden lässt der Papst „als Unterpfand für Trost und Stärkung im Herrn“ seinen Apostolischen Segen zukommen.