Benedikt XVI. über den Wert von Ehe und Familie

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ROM, 5. Dezember 2005 (ZENIT.org).- Anlässlich einer internationalen Konferenz über Leben und Familie erinnerte Papst Benedikt XVI. am Samstag im Vatikan daran, dass Kinder ein Recht auf verheiratete Eltern haben.



Vor mehreren Bischöfen aus Lateinamerika betonte der Heilige Vater: \"Die Kinder haben ein Recht darauf, in einer Familie, die auf der Ehe gründet, geboren zu werden und aufzuwachsen.\" Deshalb müsse die Gemeinschaft der Kirche \"den außerordentlichen Wert der Ehe in ihrem ganzen Reichtum aufzeigen und erklären, dass sie als naturgegebene Institution ein \'Erbe der Menschheit\'\" sei.

In seiner Ansprache erinnerte der Papst die Teilnehmer der Konferenz, die vom Päpstlichen Rat für die Familie organisiert wurde, an \"das gegenwärtige Phänomen der Säkularisierung\". Sie sei dafür verantwortlich, dass \"Identität und Aufgabe der Institution Familie\" in der Öffentlichkeit nicht mehr klar verstanden würden. In jüngster Vergangenheit seien sogar \"unrechte Gesetze\" verabschiedet worden, da man sich der grundlegenden Bedeutung der Ehe vielfach nicht mehr bewusst sei.

\"Neue Formen der Ehe sind vorgeschlagen worden, wovon einige den Kulturen völlig fremd sind. In ihnen erfährt das spezifische Wesen der Ehe eine völlige Veränderung\", fuhr der Papst in Bezug auf die so genannte \"Ehe\" zwischen gleichgeschlechtlichen Personen fort.

\"Kinder sind wirklich der größte Schatz und das wertvollste Gut der Familie. Deshalb muss man allen Menschen helfen, sich über das Übel bewusst zu werden, das dem Verbrechen der Abtreibung innewohnt. Indem sie das menschliche Leben in seinen Anfängen zerstört, ist Abtreibung zugleich ein Angriff gegen die ganze Gesellschaft.\"

Die Kirche erinnere Politiker und Gesetzgeber als die Diener des Gemeinwohls an ihre Aufgabe, \"das fundamentale Recht auf Leben zu verteidigen, das eine Frucht der Liebe Gottes ist\", fügte der Heilige Vater hinzu. Wenn diese Aufgabe in Vergessenheit gerate, dann werde \"die Zerstörung des Embryos oder seine willkürliche Verwendung im Interesse des Fortschritts der Wissenschaften\" voranschreiten, warnte er. Ohne entsprechende ethische Richtlinien entstehe dadurch eine \"Bedrohung für den Menschen selbst, der dann zu einem bloßen Objekt oder Instrument verkommt\". Sollte es tatsächlich soweit kommen, \"wird die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert werden\", und das sei mit verschiedensten Gefahren verbunden.