Benedikt XVI. über die Freude, die der Wahrheit und dem Glauben entspringt

Ansprache an die Mitglieder der Kongregation für die Glaubenslehre

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ROM, 14. Februar 2006 (Zenit.org).- Der Dienst am Glauben, den die Kirche leistet, in dem sie Zeugnis für Christus ablegt, ist zugleich \"ein Dienst an der Freude\", erklärte Benedikt XVI. am Freitag im Vatikan.



\"Der Glaube ist für das Leben der Kirche von fundamentaler Bedeutung, weil das Geschenk, das Gott in der Offenbarung von sich selbst macht, wesentlich ist. Und dieses Sich-selbst-Schenken Gottes wird im Glauben angenommen\", sagte der Heilige Vater in einer Ansprache an die 100 Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für die Glaubenslehre.

Wenn der Glaube seine zentrale Stellung im Leben verliert, fuhr der Papst fort, \"dann verliert auch das Gewebe des kirchlichen Lebens seine ursprüngliche Lebhaftigkeit und verdirbt. Es verkommt dann zu einem sterilen Aktivismus und reduziert sich selbst zu einer politischen Kunstfertigkeit weltlichen Stils. Werden Wahrheit und Glaube mit Einfachheit und Entschlossenheit in den Mittelpunkt der christlichen Existenz gerückt, wird das Leben des Menschen von einer Liebe beseelt, die weder Pausen noch Grenzen kennt, wie ich es in meiner jüngsten Enzyklika \'Deus caritas est\' gezeigt habe.\"

Wahrheit und Glaube schenkten eine tiefe innere Freiheit, betonte der Heilige Vater. \"Jesus ist der Polarstern der menschlichen Freiheit: Ohne ihn verliert sie ihre Richtung, genauso wie die Freiheit ohne Kenntnis der Wahrheit verkommt, isoliert und reduziert wird auf den unfruchtbaren freien Willen. Mit Jesus erhält die Freiheit den Sinn ihrer Existenz zurück, erkennt, dass sie für das Gute geschaffen worden ist, und äußert sich in karitativen Taten und einem liebevollen Verhalten.\"

Die Freude des Glaubens, der Wahrheit und der Erlösung

Benedikt XVI. bekräftigte, dass Jesus Christus den Menschen befreit, um ihm die wahre Freude zu schenken: \"Jesus Christ, der die Fülle der Wahrheit ist, zieht das Herz jedes Menschen an sich, macht es größer und erfüllt es mit Freude. Allein die Wahrheit kann in den Geist eindringen und ihn vollkommen froh machen. Diese Freude erweitert die Dimensionen des menschlichen Geistes, hebt ihn heraus aus den Ängsten des Egoismus und macht ihn fähig, authentisch zu lieben. Deshalb ist der Dienst am Glauben – das Zeugnis dessen, der die ewige Wahrheit ist – zugleich ein Dienst an der Freude. Und diese Freude ist es, die Christus in der Welt verbreiten möchte: die Freude des Glaubens an ihn, die Freude der Wahrheit, die durch ihn vermittelt wird, und die Freude der Erlösung, die von ihm kommt! Das ist die Freude, die das Herz fühlt, wenn wir niederknien, um Jesus im Glauben anzubeten.\"

Dank einer immer tieferen Kenntnis der Person Jesu \"können wir den Männern und Frauen unserer Tage zeigen, dass der Glaube an Jesus nicht etwas ist, was für das Schicksal der Menschheit unbedeutend wäre, im Gegenteil: Er ist die Erfüllung all dessen, was wahrhaft menschlich ist.\" Nur aus einer solchen Perspektive heraus \"werden wir imstande sein, dem suchenden Menschen überzeugende Antworten zu geben\", stellte Benedikt XVI. fest. \"Dieser Einsatz ist von entscheidender Bedeutung für die Verkündigung und die Weitergabe des Glaubens in der heutigen Welt. Der Evangelisierungsauftrag verlangt heute nach diesem Einsatz.\"