Benedikt XVI. übermittelt sein Beileid zum Tod von Kardinal Martini

Der Papst würdigt ihn als Bibelwissenschaftler und gewissenhaften Erzbischof von Mailand

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VATIKANSTADT,  4. September 2012 (ZENIT.org).- In einer Botschaft an den Erzbischof von Mailand bekundete Benedikt XVI. sein tiefes Mitgefühl zum Tod von Kardinal Carlo Martini, der am 31. August 2012 im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Einige Jahre zuvor war der Kardinal an Parkinson erkrankt.

Der Heilige Vater wies auf den „seelischen Gleichmut und die vertrauensvolle Hingabe an den Willen Gottes“ hin, mit denen Kardinal Martini seine lange Krankheit ertragen habe. Er versicherte die Angehörigen des in Turin geborenen Geistlichen seiner „tiefen Anteilnahme“ an deren Trauer.

Im Jahre 1952 hatte Carlo Martini im Alter von 25 Jahren das Sakrament der Priesterweihe in der „Gesellschaft Jesu“ (Jesuiten) empfangen. Von 1979 bis zu seinem Rücktritt im Jahre 2002 war er Erzbischof von Mailand. Im Jahre 1983 wurde er zum Kardinal ernannt.

Der Papst sprach über die liebevolle Erinnerung an seinen geschätzten Bruder, der dem Evangelium und der Kirche großzügig gedient habe. Er würdigte den verstorbenen Kardinal mit folgenden Worten: „Mit Dankbarkeit gedenke ich seiner intensiven apostolischen Arbeit, die er mit Großzügigkeit als eifriger Ordensmann und geistlicher Sohn des hl. Ignatius, als außergewöhnlicher Lehrer, maßgeblicher Bibelwissenschaftler und hochverehrter Rektor der Päpstlichen Universität Gregoriana und des Päpstlichen Bibelinstitutes und anschließend als gewissenhafter und weiser Erzbischof dieser Erzdiözese des hl. Ambrosius erfüllt hat. Ich denke ebenso an den fachkundigen und leidenschaftlichen Dienst, den er dem Wort Gottes erwiesen hat, indem er der kirchlichen Gemeinschaft die Schätze der Heiligen Schrift erfahrbar machte, insbesondere durch die Verbreitung der Lectio Divina.“

Der Heilige Vater sicherte seine Gebete zu, dass Gott seinen treuen Diener und edlen Hirten ins himmlische Jerusalem aufnehmen möge.

Ein Liebhaber der Heiligen Schrift

Mehrere führenden Kirchenvertreter, unter anderen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, haben ihre Kondolenzschreiben gesendet. Die Botschaft von Kardinal Bertone lautete folgendermaßen:

„In meinem Namen und im Auftrag des Staatssekretariats und der gesamten Römischen Kurie möchte ich der Erzdiözese des hl. Ambrosius, der Gesellschaft Jesu, der Familie und den Freunden mein tiefstes Beileid zum Verlust von Seiner Eminenz Kardinal Carlo Maria Martini aussprechen, der als treuer Sohn des hl. Ignatius von Loyola für den Primat des geistlichen Lebens sowie besondere Achtsamkeit gegenüber den existentiellen und sozialen Lagen des Menschen Zeugnis ablegte und ein großer Lehrer war.“

Ferner beschrieb er den Kardinal als „Experten und Liebhaber der Heiligen Schrift. Allen Mitgliedern  des Volks Gottes und vielen nach der Wahrheit suchenden Menschen vermittelte er deren Kenntnis und deren Betrachtung.“ Die Botschaft des Kardinalstaatssekretärs schloss mit folgenden Worten: „Wir vertrauen Gott seine erwählte Seele an, auf dass er ihn in sein Königreich des Lichts und des Friedens aufnehme.“

[Übersetzung aus dem Englischen von Sarah Fleissner]