Benedikt XVI. überreicht Ecclesia in Medio Oriente

Die Menge der Gläubigen, die gekommen waren, war ein Herz und eine Seele (Apg 4, 32)

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ROM, 16. September 2012 (ZENIT.org). – Am Ende der Heiligen Messe, die Benedikt XVI. beim „City Center Waterfront“ in Beirut mit über 350.000 Gläubigen feierte, richtete zunächst der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Nikola Eterović, einige Worte des Dankes an den Heiligen Vater, bei denen er die Bedeutung der post-synodalen Exhortation als Richtschnur für die zukünftige Arbeit der Hirten im Mittleren Orient hervorhob.

Im Anschluss überreichte der Papst die post-synodale Exhortation „Ecclesia in Medio Oriente“ den katholischen Patriarchen des Mittleren Ostens, jedem Patriarchen der mit Rom unierten orientalischen Kirchen sowie Vertretern der Türkischen und Iranischen Bischofskonferenzen und einigen Laienvertretern.

Danach richtete er sich mit folgenden Worten an die Anwesenden:

[Wir veröffentlichen die Ansprache in der offiziellen Übersetzung:]

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Eure Seligkeiten, meine Herren Kardinäle,
Liebe Mitbrüder im Bischofs- und Priesteramt,
Liebe Brüder und Schwestern in Christus!

Der Gottesdienst, den wir soeben gefeiert haben, gab uns die Gelegenheit, dem Herrn für das Geschenk der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten Dank zu sagen, die im Oktober 2010 über das Thema: Die katholische Kirche im Nahen Osten; Gemeinschaft und Zeugnis. „Die Menge der Gläubigen, die gekommen waren, war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4, 32) stattgefunden hat. Zugleich will ich auch allen Synodenvätern für ihren Beitrag danken. Mein Dank ergeht ebenso an den Generalsekretär der Bischofssynode Erzbischof Eterović für die geleistete Arbeit und für die Worte, die er in eurem Namen an mich gerichtet hat.

Nach der Unterzeichnung des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens Ecclesia in Medio Oriente freue ich mich, durch Eure Seligkeiten und euch, orientalische und lateinische und Bischöfe des Nahen Ostens, dieses nun allen Teilkirchen zu übergeben. Mit der Überreichung des Dokuments beginnen sein Studium und seine Aneignung durch die Glieder der Kirche: die Hirten, die Ordensleute und die Laien. Jeder möge ermutigt und gestärkt werden, die gemäß den verschiedenen anthropologischen, lehrmäßigen, ekklesiologischen, spirituellen und pastoralen Aspekten verfasste Botschaft dieses Dokuments umzusetzen und damit von neuem Freude daran finden, seine Sendung zu erfüllen. Liebe Brüder und Schwestern aus dem Libanon und dem Nahen Osten, ich wünsche mir, dass dieses Schreiben euch eine Richtschnur dazu sein möge, auf den verschiedenen und vielgestaltigen Wegen, auf denen euch Christus vorangeht, weiterzugehen. Möge die Gemeinschaft im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe in euren Ländern und in jeder Gemeinde gestärkt werden, um euer Zeugnis für den Heiligen, den Dreieinigen Gott, der jedem Menschen nahe geworden ist, glaubwürdig zu machen.

Liebe Kirche im Nahen Osten, schöpfe aus der Urquelle des Heils, das sich in diesem einzigartigen und unter allen geliebten Land erfüllt hat! Gehe weiter voran auf dem Weg deiner Väter im Glauben, die durch ihre Standhaftigkeit und Treue den Weg der Antwort der Menschheit auf die Offenbarung Gottes eröffnet haben! Entdecke in der großartigen Vielfalt der Heiligen deines Landes die Vorbilder und Fürsprecher, die dich zu deiner Antwort auf jenen Ruf des Herrn anregen werden, dich auf den Weg zum himmlischen Jerusalem zu begeben, wo Gott jede Träne von unseren Augen abwischen wird (vgl. Offb 21,4)! Möge die brüderliche Gemeinschaft eine Hilfe im täglichen Leben und das Zeichen der universalen Brüderlichkeit sein, die zu errichten Jesus, der Erstgeborene von vielen, in die Welt gekommen ist! Möge in dieser Region, die seine Taten gesehen und seine Worte empfangen hat, das Evangelium weiterhin erschallen wie vor 2000 Jahren und heute und für immer gelebt werden! Danke!

[© 2012 – Libreria Editrice Vaticana]