Benedikt XVI. überreicht neuen Kardinälen den Ring zum Zeichen ihrer Hingabe an die Kirche

Das Gebet um Friede und Einheit, die erste Aufgabe

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ROM, 26. November 2007 (ZENIT.org).- Am Hochfest Christkönig konzelebrierte Papst Benedikt zusammen mit den 23 neuen Kardinälen in der Vatikanischen Basilika die Heilige Messe. Während der Feier überreichte er ihnen einzeln den Kardinalsring und erklärte: „Empfange den Ring aus den Händen des Petrus zum Zeichen der Würde, der pastoralen Sorge und einer festeren Gemeinschaft mit dem Sitz des Petrus.“



Benedikt XVI. stellte in seiner Predigt mit der Auslegung der Schriftlesungen des Tages das große „Fresco“ des Glaubens der Kirche dar. Es handelt sich um ein „Tryptichon“, in dessen Mittelpunkt das Kreuz und der Gekreuzigte stehen. Auf der einen Seite sei der Bund mit Christus, dem König, sichtbar, auf der anderen die Kirche als Braut und mystischer Leib Christi. Der Papst erinnerte die Kardinäle an ihre Aufgabe im Dienst der Kirche, die die „Bewahrerin des Geheimnisses Christi“ ist und das Evangelium „in aller Demut und ohne jeglichen Stolz oder Arroganz“ verkündet. Die Kirche sei dazu berufen, der Wahrheit des gestorbenen und für unser Heil auferstandenen Christus zu dienen. Den Kardinälen sei dabei die Mission übertragen, den Frieden unter den Jüngern Christi zu verbreiten.

„Die ganze Hierarchie der Kirche, jedes Charisma und Amt, alles und jeder einzelne stehen im Dienst seiner Herrschaft“, im Dienst der Herrschaft des Christi, des Königs. In seiner Predigt ging Benedikt XVI. vom zentralen Ereignis des Tages aus: dem Kreuz, auf dem Christus sein einzigartiges Königtum offenbart.

Die Kreuzigung bilde in den vier Evangelien den Augenblick der Wahrheit, in dem der „Vorhang im Tempel“ mitten entzwei reißt und der Heilige der Heiligen hervortritt. In Christus, dem Gekreuzigten, „geschieht die höchste Offenbarung Gottes, die in dieser Welt möglich ist, da Gott Liebe ist, und Jesu Tod am Kreuz ist der größte Akt der Liebe der ganzen Geschichte“, so Benedikt XVI. Aus diesem Grund sei auf den Kardinalsringen die Kreuzigung dargestellt: um die Kardinäle daran zu erinnern, wessen Herren Diener sie sind. Die Kirche überreiche ihnen den Ring; so seien sie ständig dazu aufgerufen, „das Leben für die Kirche zu geben“.

Der Bund mit dem König bestehe im Versprechen, mit ihm eins sein zu wollen. Die verliehene Würde und die Verantwortung, die diese mit sich bringt, nehme nur in der „innigen und tiefen Beziehung mit dir, Jesus, unserem König und Herrn“, Sinn und Wert an.

Das dritte Bild des Tryptichons des Glaubens macht Benedikt XVI. im Christushymnus des Kolosserbriefes aus. Die Betrachtung Christi und seines Geheimnisses verwirkliche der heilige Paulus in seinen beiden hauptsächlichen Dimensionen: „die Schöpfung von allem und die Versöhnung von allem“. Christus ist der Erstgeborene der Schöpfung. Im Mittelpunkt der zweiten Dimension stehe das Ostergeheimnis: „Durch den Tod am Kreuz des Sohnes hat Gott jedes Geschöpf mit sich versöhnt“, so der Heilige Vater. „Er hat Frieden gestiftet zwischen Himmel und Erde. Indem er ihn von den Toten auferweckt hat, hat er ihn zum Erstgeborenen der neuen Schöpfung gemacht, ‚Fülle‘ aller Wirklichkeit und ‚Haupt‘ des mystischen Leibes, der die Kirche ist.“

Der Christushymnus des Paulus sei eine „mächtige Synthese der Wahrheit und des Glaubens“, fuhr Benedikt XVI. fort. „Die Kirche ist Bewahrerin des Geheimnisses Christi: Sie ist es in aller Demut und ohne jeglichen Stolz oder Arroganz, denn es handelt sich um das höchste Geschenk, das sie ohne jedes Verdienst empfangen hat.“ Deshalb sei die Kirche berufen, dieses Geheimnis, das ihr unverdientermaßen anvertraut wurde, umsonst der Menschheit aller Zeiten als Sinn- und Heilshorizont anzubieten. Dieses Geheimnis „ist keine Philosophie, keine Gnosis, obwohl es auch die Weisheit und die Erkenntnis einschließt. Es ist das Mysterium Christi; Christus selbst ist es, der Mensch gewordene, gestorbene und auferstandene Logos, eingesetzt als König des Universums“.

Es sei besonders Aufgabe der Kardinäle, der Welt die Wahrheit Christi, der Hoffnung für jeden Menschen und die ganze Menschheitsfamilie zu verkünden. Der Papst brachte seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, stets bei der Erfüllung des Petrusamtes auf die Kardinäle zählen zu können, „sei es in kollegialer Form, sei es als einzelne“.

Zum Schluss rief der Papst die Kardinäle dazu auf, um den Frieden „unter allen Jüngern Christi“ zu beten. Dieser Friede sei nämlich „Zeichen des Friedens, zu dessen Errichtung Jesus in die Welt gekommen ist“. Die Kirche ist in den Augen des Heiligen Vaters „der Teil der Menschheit, in dem das Königtum Christi schon offenbar ist, das als sein privilegiertes sichtbares Zeichen den Frieden hat.“

Und er bekräftigte: „Das Gebet um Frieden und Einheit soll eure erste und hauptsächliche Sendung sein, damit die Kirche ‚dicht gebaut und fest gefügt‘ sei, Zeichen und Werkzeug für die Einheit der ganzen Menschheit.“