Benedikt XVI. vergleicht die moderne Welt mit einer Wüste

Ohne Eucharistie erliegt man den Mühen der irdischen Pilgerschaft

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BARI, 30. Mai 2005 (ZENIT.org).- Das Gegenmittel, um den Verlockungen eines zügellosen Konsumismus und der religiösen Indifferenz zu entgehen, ist die Eucharistie. Das sagte Papst Benedikt XVI. am Sonntag, als er in der italienischen Stadt Bari vor 200.000 Menschen die Heilige Messe zum Abschluss des 24. Nationalen Eucharistischen Kongresses feierte.



"Geistlich betrachtet leben wir in einer Welt, die oft von zügellosem Konsumismus, von religiöser Indifferenz und von einem Säkularismus geprägt ist, der jeder Transzendenz gegenüber verschlossenen bleibt. Eine solche Welt kann wie eine Wüste erscheinen, die nicht weniger hart ist als die 'große und Furcht erregende Wüste' (Deut 8,15), von der wir in der ersten Lesung aus dem Buch Deuteronomium gehört haben", sagte der Heilige Vater während der Predigt.

Seine erste Pastoralreise hat Benedikt XVI. für einen Tag nach Bari geführt. Sein Vorgänger, Papst Johannes Paul II., hätte "dieses bedeutende kirchliche Ereignis" liebend gerne selbst mitgefeiert. Jetzt aber "spüren wir, dass er uns nahe ist und mit uns Christus, den Guten Hirten, verherrlicht, den er jetzt selbst direkt schauen darf", zeigte sich der Heilige Vater von der Heiligkeit Karol Wojtylas überzeugt.

Um die "große und Furcht erregende Wüste" der heutigen Zeit zu durchqueren, habe Gott den Christen die Eucharistie, das neue Manna, geschenkt, erklärte der Bischof von Rom, der insgesamt 14 Mal von tobendem Applaus unterbrochen worden war.

"Wir brauchen dieses Brot, damit wir mit den Mühen und der Erschöpfung dieser Reise fertig werden können." Und gerade der Sonntag, der Tag des Herrn, biete die großartige Gelegenheit, "um von ihm, dem Herrn des Lebens, Kraft zu schöpfen.

Das Sonntagsgebot ist also nicht nur eine von außen auferlegte Verpflichtung. An der sonntäglichen Messfeier teilzunehmen und sich vom eucharistischen Brot zu nähren, ist für den Christen ein Bedürfnis, das ihm die nötige Kraft verleiht, um auf dem Weg, der noch vor ihm liegt, weiterzugehen."

Die Reise des Christen führe nicht in die Irre, fuhr der Papst fort. Nämlich deshalb nicht, weil "der Weg, den Gott uns durch sein Gesetz weist", genau in jene Richtung führe, "die im Wesen des Menschen selbst eingeschrieben ist. Diesem Weg zu folgen bedeutet für den Menschen, sich selbst zu verwirklichen; ihn zu verlieren heißt, sich selbst zu verlieren."

Dank der Eucharistie lasse uns der Herr "auf dieser Reise nicht allein. Er ist bei uns. Er möchte sogar unser Los teilen, indem er uns in sich aufnimmt."

Mit einem konkreten Vorsatz ließ Benedikt XVI. seine Predigt ausklingen, in deren Mittelpunkt Christus selbst gestanden war, der in der Eucharistie in den Gesatlten von Brot und Wein real gegenwärtig ist: "Wir müssen die Freude des christlichen Sonntags wiederentdecken… Mögen die Christen von heute sich wieder neu der entscheidenden Bedeutung der Sonntagsfeier bewusst werden, damit wir von der Teilnahme an der Eucharistie den nötigen Schwung bekommen, um der Welt Christus, "unseren Frieden" (Eph 2, 14), zu verkünden."

Wie zuvor Papst Johannes Paul II. verstand es Benedikt XVI., die zahlreich erschienenen Jugendlichen zu begeistern. Mehrmals stimmten sie den mittlerweile schon traditionellen Ruf "Be-ne-det-to!" an. Zehntausende von ihnen hatten in Schlafsäcken die ganz Nacht über auf jenem Platz im Herzen der italienischen Stadt zugebracht, auf dem der Papst die Heilige Messe feiern sollte. Am Samstagabend hatten sie dort einer Gebetsnacht der Jugendpastoral der italienischen Bischofskonferenz beigewohnt.