Benedikt XVI. verrät das Geheimnis des Jung-Bleibens

„Das Prager Jesulein erleuchte und führe Sie“

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PRAG, 28. September 2009 (ZENIT.org).- Mit dem Appell, „eine Welt zu bauen, die etwas von der göttlichen Schönheit widerspiegelt“, ging heute, Montag, die 13. Auslandsreise von Papst Benedikt XVI. auf dem Prager Flughafen stimmig zu Ende (vgl. Ansprache bei der Abschiedszeremonie). Seine dreitägige Pastoralreise in die tschechische Hauptstadt, nach Brno/Brünn und nach Alt-Bunzlau stand ganz im Zeichen der christlichen Hoffnung, die stärker ist als der Tod.



Die „Botschaft des Heils“, die die Kirche heute und schon immer verkündet habe und die stets aktuell sei, ist nach Worten Benedikts XVI. nichts anderes als die Verkündigung des „gekreuzigten und auferstandenen Christus, Hoffnung der Menschheit“, wie er es gestern, Sonntag, beim großen Papstgottesdienst in Brünn betonte (vgl. Predigt). Und am Nachmittag des Vortags hatte er in der Prager Burg bekräftigt: „Für Christen hat die Wahrheit einen Namen: Gott. Und das Gute hat ein Gesicht: Jesus Christus“ (vgl. Ansprache vor den Politikern).

Besonders herzliche Worte widmete Benedikt XVI. den Jugendlichen. In einer Botschaft, die explizit ihnen zugedacht war, wies er ihnen heute Vormittag den Weg zu einem glücklichen Leben, einem Leben in Fülle.

„Das ist der christliche Glaube: die Begegnung mit Christus, einer lebendigen Person, die dem Leben einen neuen Horizont und damit die entscheidende Ausrichtung gibt“, erklärte Papst Benedikt nach der heiligen Messe in Stará Boleslav. „Wenn sich das Herz eines Jugendlichen für seine göttlichen Pläne öffnet, dann fällt es ihm nicht allzu schwer, seiner Stimme zu folgen.“

Auch in den Gruß- und Dankesworten zum Abschluss seiner Pastoralreise richtete sich Papst Benedikt kurz vorm Heimflug nach Rom noch einmal an die Jugend. Er gestand, dass es ihn ganz besonders gefreut habe, ihr zu begegnen und „sie zu ermutigen, ihre Zukunft auf den besten Traditionen der Vergangenheit dieser Nation, insbesondere auf ihr christliches Erbe zu bauen“.

Mit einem Zitat Franz Kafkas, der gemeint hatte: „Wer die Fähigkeit bewahrt, das Schöne zu sehen, wird niemals alt“, ermutigte der Papst Jung und Alt dazu, darum zu ringen, tatsächlich jung zu bleiben – was auch im Alter möglich sei.

„Wenn unsere Augen für die Schönheit der Schöpfung Gottes und unser Sinn für die Schönheit seiner Wahrheit offen bleiben, dann können wir gewiss hoffen, jung zu bleiben und eine Welt zu bauen, die etwas von dieser göttlichen Schönheit widerspiegelt, damit wir auch zukünftige Generationen anregen, das Gleiche zu tun.“

Mit Blick auf den Nationalheiligen Wenzel, die heiligen Mähren- und Slawenapostel Cyrill und Method, Patrone von Europa, sowie die heilige Agnes von Böhmen verwies Papst Benedikt bei der Verabschiedung ein letztes Mal auf die „beachtliche Schar von Missionaren und Märtyrern sowie kontemplativen Heiligen“, mit denen die Tschechische Republik gesegnet sei, um anschließend die ökumenischen Bemühungen der Vergangenheit zu würdigen und zu weiteren „entscheidenden Schritte zur Versöhnung und zur wahren Einheit in Christus“ zu ermutigen. Außerdem verwies er neuerlich auf die Notwendigkeit, beharrlich die Wahrheit zu suchen.

Die letzten Worte Benedikts XVI. in der Tschechischen Republik erinnerten an den Auftakt seines Besuchs, als er dem berühmten Prager Jesukind seine Aufwartung gemacht und dabei ein eigens gedichtetes Gebet gesprochen hatte: „Nochmals danke ich Ihnen und verspreche Ihnen, Sie alle in mein Gebet einzuschließen und Sie in meinem Herzen zu tragen. Gott segne die Tschechische Republik! Das Prager Jesulein erleuchte und führe Sie und alle Familien dieses Landes! Gott segne Sie alle!“

Von Dominik Hartig