Benedikt XVI. verteidigt die unverletzliche Würde der Behinderten

Botschaft des Heiligen Stuhls zur jährlichen "Kampagne der Brüderlichkeit" in Brasilien

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ROM, 8. März 2006 (Zenit.org).- Gegenüber kulturellen Tendenzen, die im Namen der Lebensqualität das Recht auf Leben verneinen, verteidigt Benedikt XVI. die unverletzliche Würde der Behinderten.



Dieser Appell des Papstes wurde von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano in jene Botschaft aufgenommen, die anlässlich der jährlichen, von der Kirche geförderten "Kampagne der Brüderlichkeit" in Brasilien an Kardinal Majella Agnelo, Erzbischof von São Salvador da Bahia und Vorsitzenden der brasilianischen Bischofskonferenz, erging. Das päpstliche Schreiben kommentiert das diesjährige Thema: "Brüderlichkeit und Behinderte".

Der Text erinnert an das "Gebot der Nächstenliebe, vor allem gegenüber den Behinderten". Dabei gehe es "nicht nur um eine Haltung der Zuneigung und Tröstung", sondern darum, diese Brüder und Schwestern in Christus dank einer "wirksamen Hingabe" in die Gesellschaft zu integrieren.

Es wird darauf hingewiesen, dass die behinderte Person "trotz ihrer Verletzung im Geist oder in ihren Sinnes- und Intelligenzfähigkeiten ein vollkommen menschliches Subjekt" ist, "mit heiligen und unveräußerlichen Rechten, die einem jeden menschlichen Geschöpf zu Eigen sind". Das menschliche Sein "besitzt eine einzigartige Würde und einen besonderen Wert, vom Anfang seiner Existenz an bis zum Moment seines natürlichen Todes." Deshalb sei jeder Mensch dazu verpflichtet, das menschliche Leben zu fördern, zu schützen und zu verteidigen: "Das Leben in all seinen Phasen, vom Anfang bis zu seinem Ende, zu verteidigen, ist ein Recht und eine Pflicht aller. Die Kirche wird nicht aufhören, dieses zu verkünden."

Abschließend heißt es: "Die von Gott gewollte Würde gerade dieses Lebens anzunehmen, erfordert manchmal heldenhafte Haltungen, die des ewigen Preises würdig sind. Dies gilt nicht nur für diejenigen, die leiden, sondern auch für all diejenigen, die den am meisten Bedürftigen zur Seite stehen."