Benedikt XVI. verweist auf die Bedeutung einer ganzheitlichen Katechese

Was uns die Lehrtätigkeit von Cyrill von Jerusalem heute sagt

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ROM, 27. Juni 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. würdigte am Mittwochvormittag das katechetische Werk des Cyrill von Jerusalem (* um 315, † 18. März 386), der seinen Ausführungen zufolge über eine „ausgezeichnete literarische Bildung“ und über fundierte biblische Kenntnisse verfügte.



Eine Glaubensunterweisung im Sinne des heiligen Kirchenlehrers, von dem 24 berühmte Katechesen erhalten sind, zeichnet sich nach Worten des Heiligen Vaters vor allem dadurch aus, dass sie dem ganzen Menschen gerecht wird und dementsprechend drei Elemente berücksichtigt: die Lehre, die sittlich-moralische Dimension des christlichen Lebens und schließlich die mystagogische Seite, das heißt die Synthese von Lehre und Sitte.

Der heilige Cyrill musste aufgrund der damals weit verbreiteten Irrlehre des Arianismus innerhalb von 20 Jahren drei Verbannungen über sich ergehen lassen, ehe er seinen Bischofssitz im Jahr 378 endgültig einnehmen und unter seinen Gläubigen wieder Frieden und Einheit herstellen konnte.

„Die Katechese“, so erklärte Papst Benedikt XVI. in der Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan, „war ein wichtiger Moment, der in den breiten Zusammenhang des ganzen, insbesondere des liturgischen Lebens der christlichen Gemeinde eingegliedert war“. Im Schoß der ganzen Gemeinde, begleitet vom Gebet und Zeugnis der Gläubigen, seien die Taufanwärter in ihren Glauben eingeführt worden. „Im Ganzen bilden die Homilien des Cyrill eine systematische Katechese über die Neugeburt des Christen durch die Taufe.“

Was die Katechese der Lehrinhalte betrifft, habe der treue Bischof vor allem aufgezeigt, dass das Alte und Neue Testament „in einer ‚symphonischen‘ Beziehung“ zueinander stehen und Christus der „Mittelpunkt des Universums“ ist – entsprechend der Erklärung des heiligen Augustinus: „Das Alte Testament ist die Verhüllung des Neuen Testaments, und im Neuen Testament offenbart sich das Alte.“

Die „sittliche Katechese“ des Heiligen sei in der lehrmäßigen Katechese verankert gewesen: „Das Dogma wird allmählich in die Seelen eingesenkt, die so dazu angeregt werden, die heidnischen Verhaltensweisen auf der Grundlage des neuen Lebens in Christus, das ein Geschenk der Taufe ist, zu verwandeln.“

Bei der mystagogischen Katechese schließlich vollziehe sich die Synthese der beiden bereits genannten Elemente, die nun auf die sakramentale Feier ausgerichtet würden, „in der sich das Heil des ganzen Menschen verwirklicht. Es handelt sich schließlich um eine ganzheitliche Katechese, die Herz, Seele und Geist umfasst und gerade so ein Sinnbild auch für die katechetische Bildung der Christen von heute bleibt.“

An der insgesamt 100. Generalaudienz dieses Pontifikats nahmen rund 7.000 Pilger und Gläubige aus allen Teilen der Welt teil. Diese verhältnismäßig kleine Zahl lässt sich damit erklären, dass in der Audienzhalle Pauls VI. nicht mehr Platz zur Verfügung steht. Wenn man die Besucher aller bisherigen Mittwochsaudienzen von Papst Benedikt zusammenzählt, kommt man auf 2,3 Millionen Menschen.

Heute in einer Woche wird der Heilige Vater die letzte Katechese vor seinen Sommerferien in den Dolomiten halten. Sie beginnen am 9. Juli.