Benedikt XVI. warnt Bischöfe der Slowakei vor Laizismus und Konsumismus

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ROM, 15. Juni 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. empfing heute, Freitag, die Bischöfe aus der Slowakei, die in diesen Tagen in Rom ihren alle fünf Jahre anstehenden „Ad-limina“-Besuch absolvierten. Der Heilige Vater warnte die Hirten vor der Gefahr des Laizismus und des Konsumismus, wie sie gerade in traditionell katholischen Ländern auftrete.



Der Bischof von Rom wies darüber hinaus darauf hin, dass in Europa ein ideologischer, unentwegt ausgeübter Druck festzustellen sei, der das Christentum auf eine rein private Dimension zurückschneiden wolle. Dieser Angriff sei in den Ländern Osteuropas besonders offensichtlich, „wo die christlichen Gemeinden, die antike und verwurzelte religiöse katholische Bräuche bewahrt haben, nachdem sie aus dem Tunnel der Verfolgung herausgekommen sind, sich zurecht darum sorgen, ihr eigenes geistliches Erbe zu bewahren“.

Auch die Slowakei trete unter einem religiös-kulturellen Gesichtspunkt immer mehr in die typische Dynamik anderer europäischer Länder von alter christlicher Tradition ein, die in unserer Epoche von einem breit angelegten Prozess der Säkularisierung gezeichnet ist.

Besonders die Slowakei und Polen sähen sich in diesem Moment der Gefahr ausgesetzt, dass ihr antikes christliches Erbe, das der Kommunismus nicht zerstören konnte, auf schwerwiegende Weise von jenen Tendenzen in Mitleidenschaft gezogen werde, die die westlichen Gesellschaften charakterisieren: „Konsumismus, Hedonismus, Laizismus, Relativismus usw.“

Benedikt XVI. würdigte den Einsatz der slowakischen Bischöfe bei der Entwicklung eines Planes für Pastoral und Evangelisierung für den Zeitraum 2007-2013, mit dem den genannten Herausforderungen entgegengetreten werden soll. Es handle sich dabei um eine pastorale Unternehmung, die alle Bereiche der Gesellschaft umfassen und auf die Erwartungen der Slowaken antworten wolle. Den geistlichen Bedürfnissen der Familien und der jungen Menschen werde dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil.

Im Hinblick auf die Jugendseelsorge in den Pfarreien mahnte der Papst an, jede einzelne Initiative in organische Bildungsprojekte einzubeziehen, damit die Jugendlichen dazu erzogen würden, den Glauben mit dem Leben zu verbinden. „Nur so werdet ihr ihnen helfen können, ein christliches Bewusstsein auszubilden, das fähig ist, den immer tückischeren und bedrohlichen Verlockungen der Konsumgesellschaft zu widerstehen.“

Was die Familie betrifft, beginne auch in der Slowakei die Krise der Ehe und die zurückgehende Geburtenrate spürbar zu werden. In erster Linie sind dafür nach Worten des Papstes wirtschaftliche Gründe verantwortlich. Es sei auch ein Rückgang der sozialen Achtung des Wertes der Ehe festzustellen, was mit einer Fragilität der neuen Generationen einhergehe, die sich oft scheuten, endgültige Entscheidungen zu treffen und sich für ein ganzes Leben zu verpflichten.

Nach Benedikt XVI. gehört zu jenen Faktoren, die zur Destabilisierung von Ehe und Familie beitragen, der „systematische Angriff, der im Bereich der Kultur und der Massenmedien geführt wird“. Gleichzeitig aber sei auch der Einsatz von Gruppen, Bewegungen und kirchlichen Laienvereinigungen festzustellen, die sich für die Förderung des Ehe- und Familienlebens und die Verbreitung der Lehre der Kirche über Ehe, Familie, Sexualmoral und die Themen der Bioethik einsetzten. Benedikt XVI. vertraute dieser „einstimmigen missionarischen Mobilisierung“ ganz besonders die „Wiederentdeckung der Traditionen und der christlichen Wurzeln“ an.

Die Kirche müsse ihr Gebet verstärken, sich weiterhin kraftvoll für die Familien einsetzen und sie angesichts der Herausforderungen der Gegenwart unterstützen. Der Papst lobte die gut strukturierte Sakramentenpastoral im Land, die eng mit der Familienpastoral verknüpft sei.

Benedikt XVI. beglückwünschte sich und die Hirten aus der Slowakei für die positive Situation der Berufungen zum Priestertum und Ordensleben. Viele Seminare seien zu jenem, das als einziges die Zeit des Kommunismus überlebt hatte, hinzugekommen, und fast alle Pfarreien seien mit einem Pfarrer besetzt.