Benedikt XVI. warnt brasilianische Bischöfe vor Verweltlichung und Klerikalisierung

Es gilt, zwischen dem allgemeinen Priestertum und dem Amtspriestertum zu unterscheiden

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ROM, 17. September 2009 (ZENIT.org).- Der Unterscheid zwischen dem allgemeinen Priestertum und dem Amtspriestertum stand im Mittelpunkt der Ansprache, die Papst Benedikt XVI. heute vor den Bischöfen aus der brasilianischen Region Nord-Ost 2 hielt. Der Papst empfing die zweite von insgesamt 13 Gruppen der brasilianischen Bischofskonferenz in Castel Gandolfo. Der Abschluss der Ad-limina-Besuche der Bischöfe aus dem südamerikanischen Land, das so groß wie Europa ist, ist für das Jahr 2010 vorgesehen. Brasilien hat 170 Millionen Einwohner; 74 Prozent sind katholisch.



In seiner Ansprache wies der Bischof von Rom auf die Notwendigkeit hin, die Säkularisierung der Priester und die Klerikalisierung der Laien zu vermeiden. Der Papst rief die Bischöfe zu einer harmonischen, korrekten und klaren Vertiefung der Beziehung zwischen dem allgemeinen Priestertum der Laien und dem Amtspriestertum der Priester auf. Es handle sich dabei „um einen der delikatesten Punkte des Lebens der Kirche", hob Benedikt XVI. hervor. Es sei wichtig, „dass jeder gemäß seines jeweiligen Standes handelt".

Die Laien sollten sich nach Worten des Papstes ín Einklang mit christlichen Sicht des Menschen und der Soziallehre der Kirche auch in der Politik engagieren. Die Priester hingegen müssten eine direkte Beteiligung am politischen Leben vermeiden. Dies sei notwendig, da die Priester die Einheit und die Gemeinschaft aller Gläubigen begünstigen und immer ein Bezugspunkt für alle bleiben müssten.

Benedikt XVI. forderte seine Gäste dazu auf, ihre Bemühungen dahingehend zu bündeln, „damit es in ihren Diözesen Berufungen gebe" und „mehr und besser ausgebildete Priester" zur Verfügung stünden. Die Priester seien dazu berufe, konsequent und in der Fülle der Gnade ihr Weihesakrament zu leben.

Die Heilssendung, die Gott Vater durch den Mensch gewordenen Sohn habe verwirklichen wollen, „ist den Aposteln und ihren Nachfolgern anvertraut worden", bekräftigte der Papst. Daraus ergebe sich die „wesentliche und unersetzliche Funktion des Priesters". Sie bestehe in der Verkündigung des Wortes und in der Feier der Sakramente, allen voran der Eucharistie.

Abschließend würdigte Benedikt XVI. die „zahlreichen Zeichen der Hoffnung", die es in der Kirche in Brasilien gibt, und sprach von einer „Zukunft, die Gott durch den Eifer und die Treue vorbereitet, mit denen die Bischöfe ihr Amt ausüben". Dabei verwies der Papst auf zwei große Vorbilder: den heiligen Pfarrer von Ars und den heiligen Frei Antônio de Sant'Ana Galvão.