Benedikt XVI. widmet Kurzfassung des Weltkatechismus allen Menschen guten Willens

Für die Kirche und die Welt von heute, "die sich nach Wahrheit sehnt"

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ROM, 28. Juni 2005 (ZENIT.org).- Nicht nur allen Katholiken, sondern auch allen Menschen guten Willens, "die den unerschöpflichen Reichtum des Heilsmysteriums Jesu Christi kennen lernen möchten", widmet Papst Benedikt XVI. das neue, in Dialogform erschienene Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche, das heute in der "Sala Clementina" des Apostolischen Palasts im Vatikan der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.



Seine Ansprache eröffnete der Heilige Vater am Dienstagvormittag mit einem Aufruf des Apostels Paulus, an den man sich, zusammen mit dem Apostel Petrus, dem ersten Papst, am 29. Juni, dem Festtag der beiden Apostelfürsten, auf besondere Weise erinnert: "Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt" (Eph 1,18).

Gott danken

Für diesen "unermesslichen Reichtum an Hoffnung und Herrlichkeit, den er uns durch seinen Sohn Jesus Christus geschenkt hat", könnten wir Gott unserem Vater, nicht genug danken, kommentierte Benedikt XVI. diese Stelle. "Und um die Größe dieses geheimnisvollen göttlichen Geschenks immer besser zu verstehen, wollen wir uns immer von ihm erleuchten lassen. Das Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche (…) kann und muss ein vorzügliches Hilfsmittel sein, um in der Erkenntnis und der freudigen Annahme dieses göttlichen Geschenks zu wachsen."

Die so notwenige Kurzfassung des Weltkatechismus sei ein "autorisierter und sicherer Text, in dem die wesentlichen Aspekte des Glaubens der Kirche auf vollständige Weise enthalten sind, in völliger Übereinstimmung mit dem bereits zitierten Katechismus, den der Papst approbiert und der ganzen Kirche anvertraut hat."

"Neue Verkündigung des Evangeliums"

Die auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. im Februar 2003 aufgenommenen Arbeiten hätten ein Glaubenskompendium zusammengestellt, das "nicht allein der Weltkirche und den Teilkirchen, sondern auch der Welt von heute zugute kommt, die sich nach Wahrheit sehnt", fuhr der Bischof von Rom fort. Und der Text sei nicht nur "allen Mitgliedern der Kirche" gewidmet, sondern richte sich auch an "alle Menschen guten Willens, die den unerschöpflichen Reichtum des Heilsmysteriums Jesu Christi kennen lernen möchten".

Beim neuen Kompendium handle sich in keiner Weise "um einen neuen Katechismus", sondern eben um eine treue Kurzfassung des Katechismus der Katholischen Kirche, "der deshalb auch die Quelle bleibt, auf die man zurückgreift, wenn man das Kompendium selbst besser verstehen möchte", erläuterte der Papst.

"Dieses Kompendium ist eine neue Verkündigung des Evangeliums heute. Und auch über diesen autoritativen und sicheren Text bewahren wir sorgfältig den Glauben, den wir nach Worten des heiligen Irenäus, dessen Gedächtnis wir heute begehen, 'von der Kirche bekommen haben' – einen Glauben, der 'durch das Wirken des Heiligen Geistes wie der äußerst wertvolle Inhalt eines kostbaren Gefäßes ständig jünger wird und sogar das Gefäß verjüngt, in dem er aufbewahrt wird' (vgl. Irenäus von Lyon, Adversus haereses, 1,10,2: Sc 264,158-160).

"Gespräch zwischen dem Lehrer und seinem Jünger"

Im Kompendium sei "der Glaube der Kirche an Jesus Christus" festgehalten, fuhr Papst Benedikt XVI. fort. "Dem vierteiligen Aufbau des Katechismus der Katholischen Kirche folgend, wird zunächst Christus als der verheißene eingeborene Sohn des Vaters, der vollkommene Offenbarer der Wahrheit über Gott und der endgültige Retter der Welt vorgestellt und danach der in den Sakramenten gefeierte Christus, der Quelle und Ursprung des Lebens der Kirche ist. Anschließend ist die Rede von Jesus Christus, dem man zuhört und dessen Geboten man folgt, und der auf diese Weise zur Quelle einer neuen, von Liebe und Eintracht geprägten Existenz wird. Und schließlich von Christus, dem man auf dem Weg des Gebets nachahmt, weil er Modell und Lehrer für die Gebetshaltung gegenüber dem Vater ist."

Aufbereitet seien diese Glaubensinhalte in Dialogform, sagte der Papst. "Auf diese Weise soll, wie ich in der Einführung des Kompendiums geschrieben habe, ein in Gedanken geführtes Gespräch zwischen dem Lehrer und seinem Jünger angefangen werden." Diese besondere Form begünstige "die Aufnahme und das Erinnern der Inhalte". Und die kurzen Antworten förderten "die Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte sowie die Verständlichkeit".

Die zahlreichen Abbildungen, die im Kompendium zu finden sind, illustrierten den Glaubensinhalt, erklärte der Heilige Vater schließlich. Wort und Bild würden sich gegenseitig ergänzen und einander erleuchten, denn "die Kunst spricht immer – zumindest implizit – vom Göttlichen und von der unendlichen Schönheit Gottes, wie sie am besten in der Ikone schlechthin zum Ausdruck kommt, im Herrn Jesus Christus, dem Abbild des unsichtbaren Gottes".