Benedikt XVI. wird Johannes von Ávila zum Kirchenlehrer erheben

Offizielle Ankündigung am Ende der Messe mit Seminaristen in Madrid

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MADRID, 20. August 2011 (ZENIT.org). - Unter tosendem Applaus der 1.500 in der Kirche selber und der 3000 auf dem Kirchplatz versammelten Seminaristen hat Papst Benedikt XVI.  am heutigen Samstag zum Abschluss der Messe in der Almudena-Kathedrale von Madrid offiziell verkündet, den spanischen Theologen und Prediger Johannes von Ávila (1499-1569) zum Kirchenlehrer zu erheben. Er ist einer der Patrone des diesjährigen Weltjugendtages.

Johannes von Avila, Autor mehrerer theologischer Schriften, war 1894 selig und 1970 heilig gesprochen worden. Er war bekannt dafür, die Messe mit großer Hingabe zu feiern, für sein außergewöhnliches Talent zum Predigen, Ermutigung zu regelmäßiger Kommunion, für seine Bemühungen , den Laienstand und den Klerus zu reformieren, für sein apostolisches und soziales Wirken, weise geistliche Beratung, Barmherzigkeit, Umsicht und Besonnenheit.

Er wird auch als „Apostel von Andalusien" bezeichnet. Die hl. Teresa von Ávila, der hl. Johannes von Gott, der hl. Francisco de Borja, der ehrwürdige Luis de Granada waren unter seinen Schülern, die durch seine Predigten und seinen heiligmäßigen Ruf angezogen wurden.

In seinen Predigten sprach Johannes auch Missstände in der Kirche an, was ihm 1531 eine Anklage durch die Inquisition einbrachte. 1533 wurde er freigesprochen. Seine während seiner Haft verfasste Schrift  "Audi, Filia" (Höre, Tochter) stand bis 1574 auf dem Index der verbotenen Bücher. Sie beschaftigt sich mit Fragen der christlichen Vervollkommnung.

1539 begann er mit der Gründung von dann insgesamt 15 Schulen, u.a. in Córdoba, Jerez de la Frontera, Zafra und Priego sowie einer Universität in Baeza. Dabei half ihm eine Gruppe von Priestern, die er in Córdoba zusammengeführt hatte.

Der hl. Johannes kam in Salamanca in engen Kontakt mit der Gesellschaft Jesu. Er begleitete viele Jesuiten, studierte mit ihnen, wollte Schulen vermitteln und half dem Orden, als er in Salamanca mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Als der hl. Ignatius das Miteinander zwischen dem hl. Johannes und den Jesuiten sah, wünschte er sich, dass Johannes den Jesuiten beitrete. Obwohl Gottes Vorsehung und die Krankheit des hl. Johannes dies verhinderten, half Johannes den Jesuiten auch weiterhin in reichem Maße. Johannes hat sich große Verdienste bei der Verbreitung der Jesuiten in Spanien erworben.

Die letzte Erhebung in den Stand des Kirchenlehrers galt 1997 der heiligen Therese von Lisieux durch Johannes Paul II.

Der Gedenktag des künftigen neuen Kirchenlehrers ist der 10. Mai.