Benedikt XVI. wird US-Katholiken an die Universalität der Kirche erinnern

Erzbischof Wuerl erwartet, dass der Papst die Gläubigen herausfordern wird

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WASHINGTON/ROM, 9. April 2008 (ZENIT.org).- Der Erzbischof von Washington D.C. erwartet sich vom Besuch Benedikts XVI. in den USA, dass die Katholiken vom Papst wieder neu an ihre Zugehörigkeit zur Weltkirche erinnert werden.



„Wir freuen uns auf den Heiligen Vater“, erklärte Erzbischof Donald Wuerl gegenüber ZENIT. „Benedikt XVI. wird unseren Glauben stärken und uns sicherlich herausfordern, das Evangelium ganz zu leben; wir freuen uns darauf, dass Petrus kommt und bei uns sein wird.“ Der Erzbischof erhofft sich, dass den Gläubigen die Universalität der Kirche, dessen Teil sie sind, wieder neu vor Augen geführt werde.

Auf seiner Reise (15. -20. April) wird Benedikt XVI. viele Möglichkeiten haben, zu den Menschen zu sprechen. Das Programm ist dicht: Am 16. April ist ein Besuch im Weißen Haus bei Präsident George W. Bush geplant, am Nachmittag desselben Tages finden ein Gebetstreffen und eine Begegnung mit den 350 Bischöfen des Landes statt. Am darauf folgenden Tag wird der Heilige Vater im National Park in Washington einen Gottesdienst feiern, um anschließend zunächst mit den Verantwortlichen der katholischen Colleges und Universitäten und dann mit Vertretern anderer Religionen zusammenzutreffen.

In New York spricht der Heilige Vater vor den Vereinten Nationen und nimmt an einem Gebet mit den Verantwortlichen verschiedener christlicher Konfessionen teil. Außerdem stehen eine Eucharistiefeier mit Priestern, Diakonen und Ordensleuten in der St. Patrick’s Cathedral sowie eine Begegnung mit Jugendlichen im St. Joseph Seminar auf dem Programm. Der Papst wird auch ‚Ground Zero’ besuchen und im Yankee Stadion die Abschlussmesse feiern.

Auch wenn die Botschaft des Heiligen Vaters an das amerikanische Volk nicht vorab veröffentlicht wird, hat Erzbischof Wuerl diesbezüglich schon Vermutungen: „Ich glaube, im National Park wird er jene Aspekte ansprechen, die uns motivieren zu leben. Er wird die Bedeutung unseres Glaubens hervorheben.“ Zudem erwartet der Erzbischof klare Worte über das Leben in der Familie, die wahren Werte und die Würde des menschlichen Lebens.

Das Bild, das die Medien von der Kirche in den USA zeichnen, indem sie sich vor allem auf Spaltungen und Spannungen konzentrieren, zeige nicht die volle Realität, betonte der Erzbischof von Washington. Er teile vielmehr die Meinung, dass die Kirche gerade dabei ist, erneuert zu werden. „Natürlich gibt es immer wieder Probleme, wir sind schließlich ein sehr säkulares und ein sehr, sehr materielles Land, aber ich nehme zugleich bei vielen jungen Menschen eine neue Wertschätzung des Evangeliums und auch der Kirche und ihrer Lehre wahr.“

Einer der Schwerpunkte der päpstlichen Reise liegt auf dem interreligiösen und dem ökumenischen Dialog: Neben den interreligiösen und ökumenischen Treffen in Washington D.C. und New York wird Benedikt XVI. auch mit Vertretern des Judentums zusammentreffen. Ihnen will er Grüße zum Pessachfest übermitteln, dessen Feierlichkeiten am 19. April beginnen.

Der interreligiöse Dialog sei nicht nur für Benedikt XVI. sehr bedeutsam, sondern auch für alle anderen Beteiligten, erklärte Erzbischof Wuerl. „Gute Beziehungen mit den anderen Religionen sind enorm wichtig. Dazu ist sind Dialog und Gespräch notwendig.“ Denn wenn gegenseitiges Verständnis vorhanden ist, könne daraus auch gegenseitiger Respekt erwachsen. So könne an einer besseren Welt gebaut werden. Papst Johannes Paul II. habe im interreligiösen Dialog schon viel erreicht und durch seine Offenheit ein Beispiel gegeben.

[Ausschnitte dieses Interviews sind auch in einem Kurz-Video zu sehen]