Benedikt XVI. würdigt apostolischen Eifer des verstorbenen Kardinals Innocenti

Exequien am Mittwochvormittag

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ROM, 8. September 2008 (ZENIT.org).- Kardinal Antonio Innocenti, der frühere Präfekt der Kongregation für den Klerus, ist am Samstag, dem 6. September, im Alter von 93 Jahren in Rom gestorben. Papst Benedikt hebt in einem heute veröffentlichten Telegramm den „apostolischen Eifer“ des kirchlichen Würdenträgers und seine „Treue zum Evangelium“ besonders hervor.



Die Exequien für den verstorbenen Kardinal werden am kommenden Mittwoch, dem 10. September, um 9.00 Uhr im Petersdom stattfinden. Kardinal Sodano, Dekan des Kardinalskollegiums, wird mit den anwesenden Kardinälen die Heilige Messe feiern. Papst Benedikt wird am Ende der Eucharistiefeier das Wort ergreifen und anschließend dem Ritus der „Ultima Commendatio“ (Aussegnung) und der „Valedictio“ (Abschiednehmen) vorstehen.

Kardinal Innocenti wurde im August 1915 in der Nähe von Arezzo (Toskana) geboren. Die Priesterweihe empfing er 1938. In der Zeit von 1938 bis 1941 schloss er in Rom seine Studien ab, unterrichtete im Priesterseminar von Fiesole und arbeitete zudem als Bischofssekretär. Außerdem verhalf er in diesen Jahren Juden zur Flucht und entging nur knapp seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten.

Nach einem zweijährigen Studium an der Päpstlichen Diplomatenakademie (1948-1950) war Innocenti unter anderem in der Apostolischen Nuntiatur in der Schweiz tätig. 1967 wurde er von Papst Paul VI. zum Apostolischen Nuntius in Paraguay ernannt und zum Bischof geweiht. 1973 wechselte er auf Wunsch des Papstes als Sekretär der Kongregation für die Sakramentenordnung nach Rom, um von 1980 bis 1985 erneut als Apostolischer Nuntius zu arbeiten – diesmal in Spanien.

Papst Johannes Paul II. nahm Innocenti am 25. Mai 1985 in das Kardinalskollegium auf und ernannte ihn ein Jahr später zum Präfekten der Kongregation für den Klerus, die er bis 1991 leitete. Zusätzlich stand er von 1988 an der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche vor. 1991 wurde er zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ ernannt.

Diese 1988 gegründete Einrichtung hat die Aufgabe, „mit den Bischöfen, den Dikasterien der Römischen Kurie und den betreffenden Gruppen zusammenzuarbeiten, um die volle kirchliche Gemeinschaft der Priester, Seminaristen, Ordensgemeinschaften oder einzelnen Ordensleuten zu ermöglichen, die bisher auf verschiedene Weise mit der von Erzbischof Lefebvre gegründeten Bruderschaft verbunden waren und die mit dem Nachfolger Petri in der katholischen Kirche verbunden bleiben wollen.“

1995 nahm der Vorgänger Benedikts XVI. das Rücktrittsgesuch von Kardinal Innocenti an, der damals 80 Jahre alt war.

Nach dem Ableben des italienischen Kardinals besteht das Kardinalskollegium aus 193 Purpurträgern. Während 116 im Fall eines Konklaves wahlberechtigt wären, haben 77 die dafür vorgeschriebene Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten.