Benedikt XVI. würdigt Basilius den Großen als „Licht der Kirche“

Kirchenlehrer des vierten Jahrhunderts, Vorbild für Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien heute

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ROM, 4. Juli 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. führte den Zehntausenden von Gläubigen, die am Mittwochvormittag die Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan füllten, die großartige Gestalt des heiligen Kirchenlehrers Basilius von Cäsarea (* um 330; † 1. Januar 379) in Kappadozien, der heutigen Türkei, vor Augen.



Im Lauf seiner nicht einmal 50 Lebensjahre hatte es der heilige Mönch, Priester und Bischof von Cäsarea nach Worten des Heiligen Vaters verstanden, „den Dienst an den Seelen und die Hingabe an das Gebet und die Betrachtung in der Einsamkeit miteinander zu vereinen“. Er stammte aus einer großen „Familie von Heiligen“, einer wahren „Hauskirche“, in der er den Glauben von früh an einatmete.

Nach den Ausbildungsjahren bei hervorragenden Lehrern in Athen und Konstantinopel habe er eines Tages große Unzufriedenheit über seine weltlichen Erfolge verspürt. „Im Bewusstsein, viel Zeit in Eitelkeit vergeudet zu haben, bekennt er selbst: ‚Eines Tages erwachte ich gleichsam aus einem tiefen Schlaf; da wandte ich mich dem wunderbaren Licht der Wahrheit des Evangeliums zu…, und ich weinte ob meines erbärmlichen Lebens‘. Angezogen von Christus begann er, auf ihn zu schauen und nur auf ihn zu hören“, kommentierte Benedikt XVI. diese Worte.

Entschlossen habe sich Basilius nach dem Vorbild seiner Schwester, der heiligen Makrina, dem monastischen Leben zugewandt. „Er wurde dann zum Priester und schließlich im Jahr 370 zum Bischof von Cäserea in Kappadozien, der heutigen Türkei, geweiht.“

Der Kirchenlehrer, der die Göttlichkeit Jesu Christi und die Göttlichkeit des Heiligen Geistes gegen die Irrlehrer des Arianismus verteidigte, trug zur Gründung vieler Gemeinschaften von gottgeweihten Christen bei, die er dazu anhielt, die christliche Vollkommenheit anzustreben.

„Aus seinen Werken haben verschiedene Gesetzgeber des alten Mönchtums geschöpft, unter ihnen Benedikt, der Basilius als seinen Lehrmeister betrachtete“, erklärte Papst Benedikt. Das Mönchtum des Basilius sei gegenüber der Gemeinschaft der Ortskirche nicht verschlossen gewesen, sondern offen. „Seine Mönche waren Teil der Ortskirche; sie waren ihr belebender Kern, der den anderen Gläubigen in der Nachfolge Christi und nicht nur im Glauben voranging und so vor allem in Werken der Nächstenliebe die standhafte Anhängerschaft zu ihm – die Liebe zu ihm – zeigte. Diese Mönche, die Schulen und Spitäler hatten, standen im Dienst der Armen und haben so das christliche Leben in seiner ganzen Fülle geoffenbart.“

Als Bischof habe Basilius der Kirche und den Gläubigen mit allen Kräften gedient. „Im Bewusstsein, dass die Liturgie der Höhepunkt ist, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt, war Basilius trotz seiner Sorge um die Verwirklichung der Nächstenliebe, die das Erkennungsmerkmal des Glaubens ist, auch ein weiser Reformer der Liturgie“, so Benedikt XVI. „Er hat uns nämlich ein großes eucharistisches Hochgebet (oder Anapher) hinterlassen, das nach ihm benannt ist, und er hat dem Gebet und dem Psalmengesang eine grundlegende neue Ordnung gegeben: Unter seinem Antrieb lernte das Volk die Psalmen kennen und lieben, und es ging hin, um sie auch in der Nacht zu beten. Und so sehen wir, dass Liturgie, Anbetung und Gebet mit der Nächstenliebe Hand in Hand gehen und sich gegenseitig bedingen.“

Das anspruchsvolle Programm des Basilius – „Apostel und Diener Christi, Spender der Geheimnisse Gottes, Herold des Reiches, Beispiel und Regel der Frömmigkeit, Auge und Leib der Kirche, Hirte der Schafe Christi, mitleidiger Arzt, Vater und Amme, Mitarbeiter Gottes, Landwirt Gottes, Erbauer des Tempels Gottes“ – ist den Augen des Heiligen Vaters ein Programm jedes Verkünders des Wortes. Sie sollten wie er Männer und Frauen sein, die „wirklich mit dem Blick fest auf Christus geheftet“ leben, Männer und Frauen der Liebe zum Nächsten. „Voller Hoffnung und voller Freude über den Glauben zeigt uns Basilius, wie man wahrhaft Christ ist.“

Unmittelbar vor der Katechese in der Audienzhalle begrüßte Papst Benedikt XVI. die Pilgergruppen im Petersdom. Den deutschsprachigen Gläubigen versicherte er: „Ihr dürft sicher sein, dass ich für euch bete, und ich darf auch euch um euer Gebet für meinen Petrusdienst bitten. Von Herzen segne ich euch alle.“