Benedikt XVI. würdigt neue TV-Miniserie über den heiligen Augustinus

Aufführung einer gekürzten Fassung in Castel Gandolfo

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ROM, 3. September 2009 (ZENIT.org).- Als eine „geistliche Reise“ auf einen Kontinent, der sehr weit von uns entfernt, uns aber dennoch sehr vertraut sei, da das menschliche Drama immer dasselbe ist, bezeichnete Papst Benedikt XVI. am gestrigen Nachmittag die neue TV-Miniserie „Augustinus“.
 


Die deutsch-italienisch-polnische Koproduktion, die von Lux Vide/RAI Fiction, Bayerischem Rundfunk/Tellux Film, Eos Entertainment RAI Trade und Grupa Filmova Baltmedia realisiert worden ist, wurde in einer Zusammenfassung in der „Sala degli Svizzeri“ des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo im deutscher Sprache aufgeführt.

In seiner anschließenden kurzen Ansprache dankte Benedikt XVI. besonders dem Bayerischen Rundfunk für sein Engagement. Der Papst brachte seine große Freude darüber zum Ausdruck, dass eine zufällige Bemerkung von vor drei Jahren den Beginn eines Weges gezeichnet habe, der zur Verwirklichung dieses Films über das Leben des heiligen Augustinus geführt habe. Ebenso dankte der Papst dem italienischen Staatsfernsehen RAI und der Produktionsfirma „Lux Vide“.

„Wir haben gesehen, wie in einem für uns sehr fernen Zusammenhang die ganze Wirklichkeit des menschlichen Lebens dargestellt wird, mit allen Problemen, Traurigkeiten und Misserfolgen“, so der Papst. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass am Ende „die Wahrheit stärker ist als jedes Hindernis und den Mensch findet“.

„Dies ist die große Hoffung, die am Schluss bleibt: Wir können die Wahrheit nicht alleine finden, sondern die Wahrheit, die Person ist, findet uns.“ Von außen betrachtet erscheine das Leben des heiligen Augustinus tragisch zu Ende zu gehen: Die Welt, für die und in der er gelebt hatte, wurde zerstört. „Wie aber hier zum Ausdruck gebracht wird, ist seine Botschaft bleibend, und auch in den Veränderungen der Welt dauert sie fort, da sie der Wahrheit entstammt und zur Liebe hinführt, die unsere gemeinsame Bestimmung ist.“

Abschließend äußerte Benedikt XVI. die Hoffnung, dass viele, die dieses menschliche Drama sehen, von der Wahrheit gefunden werden und die Lieben finden mögen.

„Im Zentrum des Films stehen Augustinus ‚Confessiones’“, erläutert die für die Produktion zuständige BR-Redakteurin Bettina Ricklefs. „Sie zählen zu den großen autobiographischen Werken der Weltliteratur. Als scharfer Dialektiker, begabter Psychologe und einer der großen originellen Denker der Christenheit berührt Augustinus Zeitfragen und existentielle Dimensionen von großer Aktualität.“

Franco Nero spielt im Film den alten Augustinus. An seiner Seite stehen zahlreiche deutsche Schauspieler: Alexander Held, Sebastian Ströbel, Götz Otto, Johannes Brandrup, Dietrich Hollinderbäumer und Aglaia Szyszkowitz. Die Regie führt Christian Duguay („Human Trafficking“, „Coco Chanel“, „Hitler – der Aufstieg des Bösen“), das Drehbuch verfasste Francesco Arlanch.

Informationen zum Inhalt:

Hippo, Nordafrika, 430 nach Christus. In der von den Vandalen umzingelten Stadt erwarten die römischen Bürger ihr Schicksal. Bischof Augustinus (Franco Nero) versucht eine friedliche Übergabe der Stadt zu vermitteln, während der skrupellose Statthalter Valerius (Alexander Held) in der Notlage eine Chance sieht, seine Karriere zu befördern. Beide bemühen sich um den jungen Centurio Fabius (Sebastian Ströbel), der mit seinen Truppen wie durch ein Wunder im Schatten eines Sandsturmes in den Stadtmauern Zuflucht finden konnte.

Die Situation könnte dramatischer nicht sein, die Lage für die Bewohner von Hippo wie für die verbliebene römische Garnison ist angesichts der Übermacht der Belagerer aussichtslos. Augustinus, der am Ende seines Lebens steht, möchte Fabius überzeugen, sich nicht sinnlos zu opfern und erzählt ihm seine Lebensgeschichte: die Jugend in Tagaste, seine Ausbildung zum Redner und Anwalt in Karthago, seine große Liebe zu der Leibsklavin Khalida (Sereba Rossi), die Geburt seines Sohnes, seine Karriere als brillanter Rhetoriker. Aber trotz seines Erfolges zweifelt Augustinus und sucht eine geistige Heimat, die er schließlich beim Christentum findet. Er lässt sich taufen und wird zum Bischof von Hippo geweiht. Mit seiner besonnenen Art und seinem diplomatischen Geschick kann er immer wieder Konflikte lösen.

Doch in der belagerten Stadt Hippo kann er die Römer nicht vom Angriff auf die Vandalen abbringen. Dieser Angriff gerät zum Fiasko, aber es gelingt Augustinus in einem Gespräch mit dem Vandalenkönig Geiserich (Götz Otto) ein Friedensangebot auszuhandeln. Geiserich verspricht, die Bewohner und ihren Besitz zu verschonen, wenn sie die Stadt freiwillig übergeben. Er lässt die gefangenen römischen Soldaten frei. Die Bevölkerung Hippos setzt jedoch auf die römische Flotte, die zur Befreiung der Stadt unterwegs sein soll, und lehnt das Friedensangebot ab. Augustinus stellt Fabius und seiner Nichte Lucilla (Katy Saunders), die sich in der Zwischenzeit verlobt haben, ein Schiff zur Verfügung, das vom Papst eigentlich für seine eigene Rettung vorgesehen war. Er selbst bleibt in der Stadt zurück, die nun von den Vandalen vernichtet wird.

Die TV-Serie ist das fünfte Projekt von Lux Vide, das den Aufstieg und Untergang des römischen Reiches mit den Augen historischer Figuren nachzeichnet. Lux Vide ist auch für sein Bibel-Projekt bekannt, das 13 Mini-Serien über Bücher und Hauptpersonen der Heiligen Schrift hervorgebracht hat. Die italienische Produktionsfirma ist gemeinsam mit anderen Produzenten an der Neufassung von „Ben Hur" beteiligt.

Trailer: http://www.luxvide.it/en/augustine-49.html