Benedikt XVI. würdigt selbstlosen Einsatz des verstorbenen ersten Erzbischofs von Lusaka (Sambia)

Kardinal Adam Kozlowiecki SJ starb am 28. September

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ROM, 2. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat in einem Telegramm an den jetzigen Erzbischof von Lusaka, Telesphore Mpundu, seine Trauer über den Tod von Kardinal Adam Kozlowiecki SJ bekundet, der am 28. September im 96 Lebensjahr verstorben ist. Kardinal Kozlowiecki wurde 1959 erster Erzbischof der Hauptstadt Sambias.



Der Bischof von Rom bekennt in seinem Schreiben: „Nachdem ich mit Trauer vom Tod von Kardinal Adam Kozlowiecki SJ gehört habe, möchte ich Ihnen und allen Priestern, Ordensleuten und Gläubigen der Erzdiözese von Lusaka wie auch den Mitgliedern der Gesellschaft Jesu gegenüber mein tiefstes Beileid aussprechen.“

Mit Blick auf das Lebenswerk Kardinal Adam Kozlowiecki SJ betont Benedikt XVI.: „Dankbar erinnern wir uns an die Jahre selbstlosen Dienstes als erster Erzbischof von Lusaka, dem leidenschaftlichen bischöflichen und missionarischen Dienst für die Weltkirche. Ich bete zusammen mit Ihnen darum, dass ihm der Vater allen Erbarmens den Lohn für all seine Mühen schenke und seine edle Seele in der Freude und im Frieden seines himmlischen Reiches aufnehmen möge.“ Allen Teilnehmern des Requiems für den verstorbenen Kardinal ließ Papst Benedikt seinen Apostolischen Segen „als Bitte um Trost und Kraft im Herrn“ zukommen.

Adam Kozłowiecki wurde 1911 in Polen geboren. Er trat 1929 in den Jesuitenorden ein, und empfing 1937 das Sakrament der Priesterweihe. Zwei Jahre später wurden er zusammen mit 24 weiteren Jesuiten in Krakau von der Gestapo verhaftet und zunächst in das Konzentrationslager Auschwitz und sechs Monate später in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Im dortigen Pfarrerblock blieb er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach der Befreiung entsandte ihn sein Ordensoberer als Seelsorger in die von polnischen Jesuiten betreute Mission in Nordrhodesien, wo er bis 1950 als Lehrer und Priester tätig war.

Am 4. Juni 1955 wurde Adam Kozłowiecki von Papst Pius XII. zum Titularbischof von Diospolis Inferior ernannt und zum Apostolischen Vikar der neu errichteten Präfektur in Lusaka (heute Sambia, damals Nordrhodesien) bestellt. Am 11. September desselben Jahres empfing Kozłowiecki die Bischofsweihe durch den damaligen Apostolischen Gesandten für Britisch-Ostafrika, James Robert Knox. Er leitete fortan als Oberhirte das Apostolische Vikariat.

1959 ernannte ihn Papst Johannes XXIII. zum Erzbischof von Lusaka. Zehn Jahre später trat er von diesem Amt zurück, um den Weg für einen einheimischen Bischof frei zu machen, und wurde zum Titularerzbischof von Potentia in Piceno ernannt.

Als Missionar fand er später in Sambia ein neues Betätigungsfeld. Von 1970 bis 1991 gehörte er der Kongregation für die Evangelisierung der Völker an. Papst Johannes Paul II. nahm Adam Kozłowiecki als Zeichen der Würdigung seines Lebenswerks im Jahre 1998 in das Kardinalskollegium auf.