Benedikt XVI. würdigt verstorbenen Bischof von Bozen-Brixen

Sein Leben war von einer „tiefe Beziehung zur Heiligen Schrift“ ganz durchdrungen

| 1179 klicks

ROM/BRIXEN, 22. August 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. würdigt den Bischof von Bozen-Brixen, Wilhelm Egger, der gestern, Donnerstag, zu Grabe getragen wurde (Kardinal Scola leitete die Exequien, vgl. Predigt unter „Dokumente“), als einen gelehrten, liebenswürdigen und frommen Hirten.

In einem Kondolenzschreiben, das Papst Benedikt dem Diözesanadministrator Josef Matzneller zukommen ließ, wird außerdem auf die „tiefe Beziehung zur Heiligen Schrift“ die Liebe zur heiligen Eucharistie verwiesen, die Bischof Egger ausgezeichnet habe.

Das besondere Vermächtnis des „lieben Freundes“, das jeder Gläubige bewahren möge, seien „die Liebe zum Wort Gottes und die Heiligung des Sonntags“. Hier der Brief des Heiligen Vater, den das Pressebüro des Heiligen Stuhls veröffentlicht hat:

***

 


Dem hochwürdigsten Herrn
Lic. Josef Matzneller
Diözesanadministrator des Bistums Bozen-Brixen


Die Nachricht vom unerwarteten Ableben von Bischof Wilhelm Egger hat mich tief getroffen. Ich kann Ihnen versichern, dass ich Ihnen und den Gläubigen Ihrer Diözese in dieser Zeit der Trauer nahe bin und ich mich mit Ihnen allen im Gebet für den Verstorbenen verbinde. Nicht nur die Diözese Bozen-Brixen, sondern die ganze Kirche hat mit Bischof Wilhelm Egger einen gelehrten wie liebenswürdigen und frommen Hirten verloren, der unermüdlich den Menschen die Frohbotschaft Christi brachte, die ihm ja in der Priester- und Bischofsweihe in besonderer Weise anvertraut worden war. Auch für mich persönlich bedeutet der Tod von Bischof Wilhelm Egger, der mir ein lieber Freund war und den ich noch vor einer Woche bei meinem Abschied von Brixen grüßen konnte, ein schmerzlicher Verlust. Immer wieder bin ich Bischof Egger bei meinen Sommeraufenthalten in den vergangenen Jahren und bei vielen anderen Gelegenheiten begegnet. Er hat sich sehr dafür eingesetzt, dass ich auch heuer im schönen Südtirol, diesem Land, wo Kunst und Kultur sich mit der Güte der Menschen in einer wunderbaren Harmonie verbinden, meinen Urlaub verbringen durfte.

Bischof Egger hatte eine tiefe Beziehung zur Heiligen Schrift, die sein Leben ganz durchdrungen und geformt hat. Einen weiteren Schwerpunkt seines geistlichen Lebens machte die heilige Eucharistie aus. Er feierte stets mit tiefem seelsorglichem Eifer die Sonntagsmesse mit den Gläubigen seiner Diözese. Die Liebe zum Wort Gottes und die Heiligung des Sonntags bilden gleichsam das besondere Vermächtnis des Bischofs Egger, das jeder Gläubige und jede Pfarrgemeinde bewahren mögen, auf das die Begegnung mit dem liebenden Gott der Offenbarung ihre Lebensmitte bilde. Die grundsätzliche Beziehung zu Gott, die immer auch eine brüderliche Beziehung zum Nächsten sein muß, ist nämlich wesentlicher Teil des Lebens.

Ein Leitgedanke seines letzten Hirtenwortes lautete: „Gerufen zur Nachfolge der Liebe“. Dies verdeutlicht gut das Leben dieses großherzigen Kirchenmannes als Christ, als Ordensmann und als Bischof. Sein Vorbild ist eine Einladung an jeden von uns, sich auf die Liebe Gottes einzulassen und seiner Liebe mit einem konsequenten Einsatz zu entsprechen, um eine echte „Nachfolge in der Liebe“ im eigenen Leben zu verwirklichen. Bitten wir den großen und barmherzigen Gott, dass Er seinen treuen Diener in sein Haus aufnehmen und ihm nun den Tisch der ewigen Freuden bereiten möge. Von Herzen erteile ich allen, die im Gebet und im Messopfer des verstorbenen Bischofs gedenken, den tröstenden Apostolischen Segen.

Aus Castel Gandolfo, am 20. August 2008

BENEDICTUS PP XVI

© Copyright 2008 - Libreria Editrice Vaticana