Benedikt XVI. würdigt verstorbenen Kardinal Angelo Felici als „Freund Gottes, dessen Seele im Frieden des Herzens Gottes ruht“

Requiem im Petersdom

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ROM, 20. Juni 2007 (ZENIT.org).- Am Dienstagnachmittag feierte Papst Benedikt XVI. im Petersdom das Requiem für Kardinal Angelo Felici. Der Kurienkardinal war am Sonntagvormittag im Alter von 87 Jahren in Rom gestorben. In seiner Predigt erinnerte der Heilige Vater sichtlich bewegt an das lange Leben, das der Kardinal im Dienst des Heiligen Stuhls zugebracht hatte.



Der Glaube an Christus, der lebendig gegenwärtig ist in der Eucharistie, habe das lange und fruchtbare Priesterleben Kardinal Felicis bestimmt, erläuterte der Papst. „Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben“ (1 Joh 3,16): Mit diesen Worten fasste Benedikt XVI. die tiefe Ausrichtung des Lebens Kardinal Felicis zusammen.

Geboren in Segni, habe der junge Felici bereitwillig dem Ruf des Herrn folgegeleistet und sich auf das Priestertum vorbereitet. Bereits nach seiner Subdiakonatsweihe trat er in die Päpstliche Diplomatenakademie ein und wurde im Jahr 1942 mit knapp 23 Jahren zum Priester geweiht.

Felici vollendete seine Studien am damaligen Athenäum Lateranense und promovierte zum Doktor des Kanonischen Rechts an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Sein priesterliches Leben sei praktisch ganz dem Heiligen Stuhl gewidmet gewesen, geprägt von einer engen Zusammenarbeit mit dem Nachfolger Petri.

Papst Benedikt XVI. erinnerte an die wichtigen Etappen im Leben des verstorbenen Kurienkardinals: Am 1. Juli 1945 trat er seinen Dienst im Staatssekretariat an, wo er große Erfahrung im Bereich der Beziehungen des Heiligen Stuhls mit den Staaten sammelte. Paul VI. ernannte ihn später aufgrund seiner Kompetenz und Treue zum Untersekretär der damaligen Kongregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten. Gleichzeitig lehrte Felici an der Päpstlichen Diplomatenakademie „den diplomatischen Stil“.

Im Jahr 1967 wurde er zum Erzbischof erwählt und als Pro-Nuntius in die Niederlande entsandt, wo er neun Jahre tätig war. 1976 wurde er Päpstlicher Vertreter in Portugal. Drei Jahre später siedelte er nach Paris über, um den Heiligen Stuhl in Frankreich zu vertreten. 1988 wurde er nach Rom zurückgerufen und von Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben. Der damalige Papst vertraute ihm die Leitung der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen an, einen Dienst, den er bis zum Jahr 1995 erfüllte, als er zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ ernannt wurde. Dieses Amt übte Kardinal Felici bis zum Jahr 2000 aus.

Benedikt XVI. erinnerte an das Schreiben Johannes Pauls II. zum 50. Priesterjubiläum Kardinal Felicis. In ihm hatte der Papst dessen genaues Pflichtbewusstsein hervorgehoben. Sein Bischofsamt sei gänzlich auf das Wohl der Gläubigen, auf die Wohl bringende Sendung der Bischöfe von Rom und des Heiligen Stuhls ausgerichtet gewesen.

Benedikt XVI. dankte dem Herrn für die reiche apostolische Ernte, die Kardinal Felici mit Hilfe des Heiligen Geistes in vielen Bereichen der Kirche einbringen konnte. „In te, Domine, speravi, non confundar in aeternum“: In diesem Geist habe sich Kardinal Felici, der nach Worten des Papstes sein ganzes Leben der Jungfrau Maria überantwortet hatte, sicher auf seinen Tod vorbereitet. Der Mutter Gottes vertraute der Heilige Vater die Seele des verstorbenen Kurienmitarbeiters in besonderer Weise an.