Benedikt XVI. zu Bischöfen von Ruanda: "Arbeitet, damit das Evangelium immer tiefer in die Herzen und das Leben der Gläubigern eindringt"

Audienz anlässlich des "Ad limina"-Besuchs im Vatikan

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ROM, 23. Mai 2005 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. bestärkte die Bischöfe von Ruanda am vergangenen Samstag, unermüdlich dafür zu arbeiten, damit das Evangelium Jesu das gesamte, vor zehn Jahren von einem blutigen Völkermord heimgesuchte Land durchdringe.



Anlässlich des alle fünf Jahre fälligen "Ad liminia"-Besuchs der ruandischen Bischöfe im Vatikan richtete der Papst eine hoffnungsvolle Botschaft an alle Bürger des ostafrikanischen Landes, "die durch den Völkermord im Jahr 1994 und an dessen Folgen so schwer leiden mussten".

Die Tragödie hatte am 7. April 1994 mit gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Hutus und Tutsis begonnen. In knapp drei Monaten wurden an die 800.000 Menschen ermordet, 3 Millionen Menschen versuchten, ihr nacktes Leben durch die Flucht in benachbarte Staaten zu retten.

In seiner Botschaft appellierte Papst Benedikt XVI. an alle Katholiken in Ruanda, "im Glauben stark zu bleiben und in der Hoffnung auszuharren, die der auferstandene Christus schenkt, um so alle Versuchungen zur Entmutigung zu besiegen".

Um "aktiv für Frieden und Versöhnung arbeiten zu können, müsst ihr einem Pastoralprogramm der Verbundenheit den Vorzug geben, das sich auf das Engagement kleiner Laiengemeinschaften stützt, die im missionarisch-pastoralen Bemühen der Kirche mit den Hirten zusammenarbeiten ", sagte der Papst den Bischöfen von Ruanda.

Seine Mitbrüder im Bischofsamt ermutigte der Bischof von Rom dazu, solche Gemeinschaften auch deshalb zu unterstützen, "damit die Gläubigen die Glaubenswahrheiten und deren Forderungen annehmen und auf diese Weise ein intensiveres kirchliches und geistiges Leben entwickeln können, ohne sich dabei auf irgendeine Weise vom Evangelium Christi entfernen zu müssen, insbesondere in Bezug auf die zahlreichen Sekten, die es heute gibt".

Rund 48% der 8,4 Millionen Einwohner von Ruanda sind Katholiken.

"Arbeitet unermüdlich, damit das Evangelium immer tiefer in die Herzen und das Leben der Gläubigern eindringt", appellierte der Heilige Vater an die afrikanischen Bischöfe. "Lädt die Gläubigen dazu ein, immer mehr die eigene Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen, insbesondere im wirtschaftlichen und politischen Bereich, und zwar mit einem moralischen Gespür, das vom Evangelium und der Soziallehre der Kirche genährt wird."