Benedikt XVI. zu den Priestern: "Geistige Wüste" verlangt nach der Verkündigung des Erlösers

Audienz mit den Priestern der Diözese Rom in der Lateranbasilika

| 165 klicks

ROM, 13. Mai 2005 (ZENIT.org).- Angesichts der "geistigen Wüste", die die Menschheit leiden lässt, seien die Priester nicht dazu berufen, sich selbst oder ihre persönlichen Meinungen zu verkünden, sondern Christus, den Erlöser und Herrn. Diese Botschaft hat der Heilige Vater bei seinem ersten Treffen mit den Priestern seiner Diözese Rom den zahlreichen Anwesenden in der Basilika San Giovanni in Laterano mitgegeben.



Nach kurzen Begrüßungsworten von Kardinal Camillo Ruini, dem Generalvikar der Diözese Rom, erklärte Papst Benedikt XVI.: "Wir haben die Zeit jener Identitätskrise, die viele Priester befallen hat, hinter uns gelassen. Dennoch bleiben die Ursachen für diese 'geistliche Wüste' nach wie vor bestehen, die die Menschheit unserer Zeit leiden lässt und die auch in der Kirche selbst Einzug halten, die ja Teil dieser Menschheit ist."

Deshalb, fuhr der Heilige Vater fort, "ist es unerlässlich, immer wieder zur Wurzel unseres Priestertums umzukehren. Diese Wurzel ist, wie wir alle gut wissen, eine einzige: Jesus Christus, der Herr."

Tatsächlich könne all das, "was unser Amt ausmacht, nicht das Produkt unserer menschlichen Fähigkeiten sein", erinnerte der Heilige Vater. "Man hat uns nicht aufgetragen, viel zu sagen, sondern dass wir uns das eine 'Wort' – das Wort Gottes – zu Eigen machen, das Mensch geworden ist, um uns zu erlösen, und dass wir Überbringer dieses Wortes sind", ermutigte der Bischof von Rom.

"Der Herr nennt uns Freunde und er macht uns zu seinen Freunden. Er vertraut uns; er vertraut uns in der Eucharistie seinen Leib an und er vertraut uns seine Kirche an." Aus diesem Grund "ist die Heilige Messe der absolute Mittelpunkt meines Lebens und jeder meiner Tage".

Nach seiner Ansprache beantwortete Benedikt XVI. kurz die Fragen einiger Priester und Ordensleute. Danach brachte ihn sein Auto wieder zurück in den Vatikan.