Benin ist ein Land alter und ehrwürdiger Traditionen

Papst Benedikt betont bei Begrüßungsansprache die Bedeutung der Verbindung von Tradition und Moderne

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COTONOU, 18. November 2011 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. ist in Afrika angekommen. Nach seiner Landung auf dem Flughafen „Kardinal Bernardin Gantin“ in Cotonou wurde er von dem Präsidenten des Landes, Thomas Boni Yayi, dem Apostolischen Nuntius Michael August Blume SVD und dem Metropolitanerzbischof Antoine Ganyé herzlich Willkommen geheißen.

In seiner Ansprache bei der Begrüßungszeremonie nannte der Papst drei Beweggründe für seine zweite apostolische Reise nach Afrika: die Einladung des Präsidenten des Landes und der Bischofskonferenz, die Übergabe des postsynodalen Schreibens „Africae munus“ und ein Besuch im Heimatland des von ihm überaus geschätzten Kardinals Bernardin Gantin, mit dem er viele Jahre freundschaftlich zusammengearbeitet habe. Es füge sich glücklich, dass auch der vierzigste Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen des Landes mit dem Heiligen Stuhl sowie das 150-Jahr-Jubiläum seiner Evangelisierung begangen werde.

Der Papst grüßte auch die Häuptlinge des Landes, die bei dem schwierigen Übergang zur Moderne mitwirken sollten. „Ihr Beitrag ist wichtig, um die Zukunft dieses Landes zu gestalten. Es ist mein Wunsch, sie zu ermutigen, mit ihrer Weisheit und ihrer Kenntnis der Gebräuche am schwierigen Übergang von der Tradition zur Moderne, der sich gegenwärtig vollzieht, mitzuwirken“, so Benedikt XVI.

Die Moderne dürfe keine Angst machen, aber bedeute ebenfalls nicht, die Vergangenheit zu vergessen. Es müssten Gefahren vermieden werden „wie zum Beispiel die unbedingte Unterwerfung unter die Gesetze des Marktes oder der Finanzwelt, den Nationalismus oder den verbitterten und unfruchtbaren Tribalismus, die mörderisch werden können, die extreme Politisierung der interreligiösen Spannungen auf Kosten des Gemeinwohls oder schließlich die Auflösung der menschlichen, kulturellen, ethischen und religiösen Werte.“

Die Kirche leiste zum Gemeinwohl ihren besonderen Beitrag, betonte der Papst. Durch ihre Anwesenheit und ihre Werke der Barmherzigkeit biete sie das Beste, was sie habe. „Sie möchte zeigen, dass Gott nicht inexistent oder nutzlos ist, wie man glauben machen will, sondern dass er der Freund des Menschen ist. In diesem Geist der Freundschaft und Brüderlichkeit komme ich in Ihr Land“, schloss Papst Benedikt.[jb]