Berlin: Mehr als 3000 Lebensrechtler demonstrierten beim Marsch für das Leben

Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht fordert von Bundeskanzlerin, etwas für den Lebensschutz zu tun

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Von Dr. Claudia Kaminski*

BERLIN, 23. September 2012 (ZENIT.org). -

Unter dem Motto „Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie“ zogen mehr als 3000 Lebensrechtler am Samstag in Berlin mit einem Tausend-Kreuze-Marsch für das Recht auf Leben. Die Kundgebung zu Beginn vor dem Bundeskanzleramt moderierte der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann. Die Bundeskanzlerin forderte er dabei auf, nicht nur den Euro zu retten, sondern auch zur Lebensretterin zu werden: „Tun Sie was für den Lebensschutz.“

Beeindruckend war das Zeugnis einer 17-jährigen Mutter mit ihrer fünf Wochen alten Tochter, die berichtete, wie sie sich trotz aller Widerstände für ihr Kind entschieden hat. Begleitet wurde sie von ihrer Mutter, die vor allem an Großeltern appellierte, Kindern und Enkeln das Ja zum Leben zu ermöglichen.

Bei bester Stimmung trotz kühler Temperaturen traten unter anderem Karin Fenbert von Kirche in Not, die Mutter eines Kindes mit Spina bifida (offenem Rücken) sowie eine Anästhesistin, die sich nicht an Abtreibungen beteiligt, auf.

Prof. Dr. Holm Schneider, Kinderarzt aus Erlangen und Vorstandsmitglied der ALfA, warnte vor dem neuen Praena-Test zur vorgeburtlichen Selektion von Kindern mit Down-Syndrom.
Die einstündige Kundgebung wurde musikalisch untermalt von Christo P und Claudia Wellbrock.

Im Anschluss führte die eigentliche Demonstration vom Bundeskanzleramt vorbei am Brandenburger Tor über den Potsdamer Platz zur Hedwigskathedrale. Dort bildete ein ökumenischer Gottesdienst unter der Leitung von Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und Vorsitzender des Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen, den Abschluss der Veranstaltung.

Im Gegensatz zu früheren Jahren gab es nur kleinere Grüppchen von gewaltbereiten Gegendemonstranten. Neben den altbekannten Parolen skandierten  sie „Mittelalter, Mittelalter“ und „Hölle“.

Neu war auch ein handgemaltes Schild, auf dem ein Kreuz mit einem aufgemalten Schwein zu sehen war und die Worte: Jesus, Du Opfer.

Der BVL war sehr erfreut über die wachsenden Teilnehmerzahlen und lud ein für den nächsten Marsch für das Leben in Berlin am 21. September 2013. Ein besonderer Dank galt auch der Berliner Polizei für die hervorragende und umsichtige Begleitung des Marsches. 

*Dr. Claudia Kaminski ist Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA e.V.), Stiftungsratsmitglied der Stiftung „Ja zum Leben“ und war bis 2009 Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, BVL e.V. Die Gynäkologin leitet im Hauptberuf die Abteilung Kommunikation und Social Marketing des Malteser Hilfsdienstes. Sie repräsentiert die ALfA nach außen und hält den Kontakt zu den Kirchen, der Politik und Organisationen wie der Bundesärztekammer sowie den Medien. Als Ärztin arbeitete sie unter anderem in Osnabrück, Würzburg und Köln. In den 90iger Jahren sammelte sie Erfahrung in der Leprahilfe und in Flüchtlingslagern in Pakistan, Kenia und Ruanda.