Bernhard Tolomei

Abt und Ordensgründer

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ROM, 21. August 2012 (ZENIT.org). - „Das Vorbild dieses Heiligen lädt uns ein, unseren Glauben umzusetzen in ein Leben für Gott im Gebet und es hinzugeben im Dienst am Nächsten, gedrängt von einer Nächstenliebe, die auch zum höchsten Opfer bereit ist“, mit diesen Worten beschrieb Papst Benedikt XVI. den heiligen Bernhard Tolomei während der Heiligsprechung am 26. April 2009 auf dem Petersplatz. 

Johannes Tolomei wurde 1272 in Siena geboren und stammte aus einer adeligen Familie. Nach dem Studium der Philosophie, der Rechtswissenschaften und der Theologie schlug er zunächst eine weltliche Karriere ein. Die Heilung von einer schweren Augenkrankheit soll ihn schließlich zu dem Entschluß gebracht haben, als Einsiedler zu leben und sein Leben Gott zu weihen. So verließ er im Jahr 1313 die Stadt und lebte mit seinen zwei Gefährten, Patrizio Patrizi und Ambrogio Piccolomini, als Einsiedler auf dem Landgut seiner Familie in der Nähe von Siena. Fortan trug Johannes den Namen Bernhard, nach dem heiligen Bernhard von Clairvaux.

„Sein Dasein war ein eucharistisches, ganz der Kontemplation geweihtes Leben, die sich in einen demütigen Dienst am Nächsten umsetzte. Aufgrund seines einzigartigen Geistes der Demut und Brüderlichkeit wurde er bis zu seinem Tod von den Mönchen für 27 aufeinanderfolgende Jahre zum Abt gewählt“, wie Papst Benedikt XVI. während der Heiligsprechung Bernhard Tolomeis ausführte.

1321 gründete Bernhard Tolomei die Kongregation der Seligen Jungfrau von Monte Oliveto, die sog. Olivetaner. Mehr als zwanzig Jahre später, am 21. Januar 1344, erfolgte die Anerkennung der Kongregation durch Papst Clemens VI. unter dem Namen „Santa Maria di Monte Oliveto“. Die Olivetaner, oder auch weiße Benediktiner genannt, machten sich vor allem in der Krankenpflege verdient. So blieb Bernhard Tolomei während der Pestepidemie nicht in der Einsamkeit des Klosters von Monte Oliveto, sondern begab sich in das Kloster des heiligen Benedikt in Porta Tufi bei Siena. Dort half er den erkrankten Mönchen, „und er selbst starb an der Krankheit als echter Märtyrer der Nächstenliebe“, so Papst Benedikt XVI. „Im heiligen Bernhard Tolomei, dem Gründer einer einzigartigen monastischen benediktinischen Bewegung, tritt die Liebe zum Gebet und zur Arbeit mit den Händen besonders hervor“, wie Papst Benedikt XVI. feststellte.

Bernhard Tolomei starb im August 1348 auf dem Monte Oliveto. 

Informationen über das Kloster Monte Oliveto Maggiore können dieser Seite entnommen werden.  [bd]