Bernward von Hildesheim

Bischof, Reformer und Kunstförderer

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ROM, 20. November 2012 (ZENIT.org). - Der sächsische Adelige Bernward wurde um 960 geboren und erhielt seine Ausbildung an der Domschule von Hildesheim. Sein Lehrer war der berühmte Thangmar. Willigis von Mainz weihte den jungen Bernward zum Priester, und 987 wurde der Heilige als Erzieher Ottos III. an den Hof gerufen. Kaiserin Theophanou ernannte Bernward zum Hofkaplan.

Seine Karriere setzte Bernward in Hildesheim fort, wo er von 993 bis zu seinem Tod, im Jahr 1022, als Bischof wirkte. Während seiner Amtszeit zeichnete sich der Bernward durch seinen immerwährenden Einsatz für die Kirche aus. Kirchliche Reformen, karitative Werke, Klostergründungen zählen ebenso zu seinen Verdiensten wie die Förderung der Schönen Künste.

Es heißt, Bernward sei sogar selbst künstlerisch tätig gewesen. Sein Lehrer und Biograph Thangmar berichtet, dass dem Heiligen bei dem Versuch, die drei von Kaiser Otto III. geschenkten Kreuzpartikel in vier Bergkristallen auf einem goldenen Kreuz anzuordnen, ein Engel erschienen sei und ihm einen vierten Kreuzpartikel gebracht habe. Es gibt auch bildliche Darstellungen in der Kunst, in denen Bernward als Goldschmied abgebildet wird.

Die enge Verbundenheit zu Otto III. zeigte sich im Jahr 1000/1001, als er den Kaiser beim Feldzug in Italien und der Niederwerfung des Aufstandes in Rom unterstützte. Hildesheim wurde mehrfach von normannischen und slawischen Einfällen bedroht. Im Laufe seiner Amtszeit ließ Bernward deshalb Befestigungsanlagen und eine Stadtmauer in Hildesheim errichten.

1007 gründete Bernward die zum Benediktinerkloster gehörende Michaeliskirche, die seit 1985 zum Weltkulturerbe zählt. Es entstanden unter seiner Amtszeit außerdem das Nonnenkloster Heiningen in der Nähe von Wolfsbüttel oder auch das Chorherrenstift Oelsburg in Ilsede bei Peine. Bernward war ein Förderer der Reformen von Cluny und setzte sich für geordnete Kirchenstrukturen und den Ausbau der Kirchenorganisation ein.

Zu Bernwards großen Verdiensten gehört die Gründung der Schule von Hildesheim, die sein Bistum zum Kunstzentrum werden ließ. Die Bernwardstür, der Bernwardspsalter oder auch das Bernwardskreuz sind nur einige der berühmten Kunstwerke, die in diesem Kontext zu erwähnen sind.

Bernward starb am 20. November 1022. Seine Reliquien befinden in der Magdalenenkirche. Am 8. Januar 1193 wurde er durch Papst Coelestin III. heiliggesprochen. [bd]