Beruf und Pflege vereinbaren

Modellprojekt der Malteser in Fulda

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 392 klicks

Rund zwei Millionen Beschäftigte in Deutschland pflegen neben ihrem Beruf einen Angehörigen. Für Arbeitgeber und deren Angestellte birgt dies viele Schwierigkeiten und Herausforderungen. Um denen gerecht zu werden, wurde in Fulda nunmehr ein Projekt gestartet, das mit spezifischen Enlastungsangeboten, auf die jeweiligen Unternehmen und deren Mitarbeiter zugeschnitten, dazu betragen will, die Anforderungen des Berufsalltags und der Pflege von Familienangehörigen zu meistern. Das vom Hessischen Sozialministerium geförderte Modellprojekt der Malteser heißt „Beruf & Pflege vereinbaren“.

Das Projekt wurde von den Maltesern in einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 18. April, gemeinsam mit Vertretern des Hessischen Sozialministeriums, Politikern des Landkreises Fulda und teilnehmenden Unternehmen vorgestellt.

Ein großer Anteil der Pflegebedürftigen in Hessen werde von berufstätigen Angehörigen gepflegt. Jeder siebte Mitarbeiter über 40 Jahre pflege einen Angehörigen zu Hause, diese Zahl werde in Zukunft voraussichtlich weiter steigen. Das sei der Grund, warum die Hessische Landesregierung die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in den Fokus gestellt habe und Maßnahmen fördern wolle, die pflegende Angehörige entlasten sollten, erklärte Staatssekretärin Müller-Klepper bei der Veranstaltung. 

Der Geschäftsführer der Malteser für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Ulf Reermann, wies darauf hin, dass die Pflege eines Familienmitgliedes oftmals dazu führe, dass Mitarbeiter ihren Stellenumfang reduzieren oder gar ihren Job aufgeben müssten. Darum seien die Unternehmen aufgefordert, in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Pflege machen. 

Die ersten drei Unternehmen, die an dem Modellprojekt teilnehmen, sind die Sparkasse Fulda, die Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda GmbH sowie eine Steuerberatungsgesellschaft.

In dem Malteser Modellprojekt wird im ersten Schritt in den teilnehmenden Unternehmen eine wissenschaftlich fundierte Bedarfsanalyse durchgeführt, die vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Zentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main, erarbeitet wird. Diese dient dazu herauszufinden, in welcher Situation sich die pflegenden Mitarbeiter befinden und welche Unterstützung sie benötigen. So beschreiben die Malteser den ersten Schritt des Projekts. Auf den Ergebnissen fußend werde dann ein Konzept erstellt, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessert werden könne.

„Wie das aussieht, ist genauso individuell wie jedes Unternehmen und seine Mitarbeiter. Pflegende Angehörige im Schichtdienst benötigen andere Hilfestellungen als solche, die jeden Abend um 18 Uhr zuhause sind. Mittelständler haben andere Bedürfnisse als internationale Konzerne“, so Reermann. 

Die Entlastungsangebote reichten von grundlegenden Informationen, Seminaren zum Umgang mit Stress bis hin zur Unterstützung bei der Organisation – von Anträgen bei der Pflegekasse, Terminen mit dem Medizinischen Dienst bis zu Absprachen mit Ärzten und Pflegediensten.

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