Berufung aller Menschen zum Gotteslob, so der Papst

Katechese der Generalaudienz

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VATIKAN, 10. Oktober 2002 (ZENIT.org).- Das Leben aller Menschen ist auch ohne Offenbarung der Berufung zum Gotteslob verpflichtet, so sagte der Heilige Vater am Mittwoch in der Generalaudienz vor etwa 16.000 Pilgern aus 26 Ländern.



Der Papst widmete die 36. Generalaudienz dieses Jahres dem Psalm 67, einem "kurzen und wesentlichen" Dankeshymnus, der auch heute noch die ganze Menschheit anspricht, obschon er bereits nach dem babylonischen Exil des Volkes Israel geschrieben wurde (538 v. Chr.).

Der Psalm lädt alle Völker ein, "in das Lob Israels einzustimmen, welches vom Tempel Zions ergeht". Bekannt ist dem christlichen Ohr zumindest die Antiphon: "Jauchzet vor Gott, alle Länder der Erde! Spielt zum Ruhm seines Namens! Verherrlicht ihn mit Lobpreis!".

Somit setzte der Heilige Vater die letztes Jahr begonnene Katechese über die Psalmen und Cantica des Alten Testamentes fort, die Eingang in das christliche Stundengebet der Kirche gefunden haben.

"Auch jene, die nicht zur von Gott auserkorenen Gemeinschaft gehören, sind von ihm berufen, den "Weg" kennen zu lernen, den er Israel geoffenbart hat.

"Dieser "Weg" entspricht dem göttlichen Heilsplan, dem Reich des Lichtes und des Friedens, wo auch die Heiden mit einbezogen sind, die eingeladen werden, Jahwes Stimme zu lauschen", so der Heilige Vater den Psalm zitierend.

Das ist das höchste Gut, nach dem der Mensch streben kann, nämlich von Gott gesegnet zu sein.

Ein Wunsch, der in der berühmten Segensformel des Alten Testamentes zum Ausdruck kommt, wie auch der Papst sagte: "Der Herr segne und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig, der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden" (Num 6,24-26).

Der Psalmist zeige auf, so der Papst, dass "dieser Segen über Israel wie ein Samenkorn des Dankes und des Heils ist, welches auf der ganzen Welt und die ganze Geschichte hindurch in die Erde fällt, um zu blühen und zu einem blattreichen Baum zu werden".

Diese Segensverheißung, so der Papst abschließend auf die ersten christlichen Denker anspielend, finde seinen Höhepunkt in Christus.